Fußball-Podcasts gibt es mittlerweile etliche – eine der jüngsten Neugründungen sticht heraus: FRÜF. Entschlüsselt: Frauen reden über Fußball. Ein Kollektiv von 23 Frauen debattiert in wechselnden kleinen Runden über Fußball. „Uns interessieren fußballerische Trends, der Diskurs über 50+1 oder die gesellschaftliche Relevanz von Antirassismus-Kampagnen des DFB genauso wie die Unterschiede im Umgang mit Frauen- und Männerfußball, die weibliche Fußballsozialisation oder der Umgang mit Sexismus im Stadion. FRÜF ist keine Sportschau in Rosa und keine Analyse von Spielerfrauen-Instagram-Profilen – bei FRÜF geht es um Fußball. Punkt.“ So beschreiben die Macherinnen ihr Projekt.
Sie haben es noch ein wenig erweitert. Sie identifizieren sexistische Äußerungen – und verleihen dafür den „Eierzopf“. Auf Twitter kann man unter dem Hashtag #Eierzopf nachlesen, wer als Verursacher von „Sprachunfällen“ ausgemacht wurde. So wurde etwa ein Zitat von Borussia Dortmunds Torhüter Roman Bürki zur Diskusison gestellt. Der Schweizer sagte in der Mentalitätsdebatte um sein Team: „Wir spielen nicht wie Männer, Wir müssen konsequenter dahin gehen, wo es wehtut.“ Heißt das im Umkehrschluss, dass Frauen keinen Schmerz ertragen könnten?
Angezählt wurden auch der Rapid-Wien-Trainer Didi Kühbauer („Wir sollten uns alle einmal an der Nase nehmen und sagen, Fußball ist ein Männersport, und nicht immer nur ein Foul ziehen wollen und sich fallen lassen“) und die Kurve von Dynamo Dresden für das Transparent: „Transgenderwahn ohne Grenze – schaut man in den Gästeblock, sieht man keine Schwänze.“
In die Kritik gerieten zudem Denis Diekmeier vom SV Sandhausen („Es waren zu wenig Männer auf dem Platz“) und Tim Walter, Coach des VfB Stuttgart („Ich dachte, meine Frau pfeift heute. Die ist auch immer für die mit den schönsten Trikots“). Walter musste 5000 Euro zahlen – aber nicht für Sexismus, sondern Schiedsrichterkritik.
„Prämiert“ wurde von FRÜF auch die überdeutlich an die Zielgruppe Mann gerichtete Werbung von ProSieben Maxx für American Football. gük