Dieses war der achte Streich

von Redaktion

EHC München siegt auch in Köln und kann am Sonntag den DEL-Startrekord einstellen – Faustkampf Aulie gegen Sill

Köln/München – Es geht drunter und drüber in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL): Favoriten stürzen, kleine Teams trumpfen auf – nur ein Team zieht unbeirrt seine Kreise an der Spitze. Auch sein achtes Spiel gestaltete der EHC München siegreich. Nach dem 3:0 (2:0, 1:0, 0:0)-Erfolg am Freitagabend bei den Kölner Haien bietet sich dem Vizemeister die Gelegenheit, am Sonntag (17 Uhr) in Bremerhaven mit einem weiteren Dreier den sechs Jahre alten Startrekord der Nürnberg Ice Tigers einzustellen.

Die Kölner Haie werden mit neuem Trainer, dem Ex-Augsburger Mike Stewart, und neuen Spielern wie dem NHL-Veteranen Jakub Kindl fast so hoch gehandelt wie München und Meister Mannheim – doch die Wertschätzung der Experten können die Haie bislang nicht rechtfertigen. Sechs der acht letzten Heimspiele (oder wie man bei den Kölnern in Anlehnung an den Tiernamen schreibt: Haimspiele) hatten sie gegen die Münchner verloren, und schon in der ersten Minute gerieten sie erneut in das bekannte Fahrwasser. Nach 54 Sekunden ging der EHC in Führung, Verteidiger Blake Parlett schloss den ersten Angriff über den nach Sperre ins Team zurückgekehrte Mark Voakes und Teenager-Star John Peterka ab. Die Entschlosssenheit, mit der Trevor Parkes in der 10. Minute zum 2:0 für den EHC nachlegte, ließ für Köln nichts Gutes mehr erwarten.

Zwischen den beiden Toren war Action der besonderen Art angesagt: eine wilde Schlägerei zwischen Keith Aulie (für München) und Zach Sill (Köln). Aulie hatte seinem Gegner einen Frontalcheck verpasst, der rappelte sich auf, stellte sich zum Kampf. Die Handschuhe fielen, das Kommando ertönte: „Let’s go.“ In Anbetracht seiner körperlichen Unterlegenheit (1,83 m und 93 kg gegen 1,98 m und 105 kg) hielt der Kölner beachtlich mit, ging aber, nachdem beide Seiten ihre Treffer gesetzt hatten, zuerst zu Boden. Für Sill wie Aulie gab es je zwei plus zwei plus zehn Strafminuten; danach gingen sie sich aus dem Weg.

Die Münchner hatten die Sache im Griff, ihr Torhüter Danny Aus den Birken, der in Köln die unglücklichen Jahre seiner Karriere verbracht hatte, stand felsenfest. Er feierte seinen 46. Shut-out – kein Goalie in der Liga kann mehr Partien ohne Gegentreffer aufweisen. Und die Mannschaft von Trainer Don Jackson spielte eine weitere Stärke aus: Sie ist sogar dann torgefährlich, wenn sie mit einem Feldspieler weniger auf dem Eis steht. Maxi Kastner, der schon am Mittwoch in Schwenningen in Unterzahl getroffen hatte, vollbrachte dieses Kunststück auch in der 35. Minute in Köln, Das war das 3:0 und die Entscheidung vor 11 082 Zuschauern. Den Rest konnte der EHC in aller Gelassenheit herunterspielen.

Dieses war der achte Streich. GÜNTER KLEIN

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