„So finanzieren wir unsere Wettkämpfe“

von Redaktion

Warum Cheerleader-Gruppen häufig bei anderen Sportarten auftreten

Es gibt einen Bundesverband und Landesverbände, eine Bundesliga, einen Nationalkader, ein klares Regelwerk und Trainer- und Jurorenausbildung – das Cheerleading in Deutschland unterliegt einer straffen Organisation. Auf der Website ccvd.de kann man sich einige Videos anschauen, die zeigen: Da geht es nicht darum, mit ein paar Püscheln zu wedeln; Cheerleading ist ein anspruchsvoller Sport. Nachgefragt bei Verbandspräsidentin Sabine Lorenz.

Viele Menschen verstehen Cheerleading in erster Linie als Show, und die bietet es sicher auch. Was macht Cheerleading zum Sport, welche Elemente kombiniert es?

Cheerleading hat sich zu einem eigenen Wettkampfsport entwickelt, in dem Elemente der Sportakrobatik, aus dem Bodenturnen und dem Tanzsport enthalten sind. Der CCVD vertritt die Interessen seiner rund 20 000 Mitglieder, die Cheerleading eben vorrangig als eigene Wettkampfsportart betreiben.

Cheerleading hat einen Verbands- und Meisterschaftsbetrieb. Welche Bedeutung hat es da überhaupt, im Rahmen anderer publikumsträchtiger Veranstaltungen aufzutreten, beim Basketball oder im Eisstadion?

Cheerleader treten bei verschiedenen Events auf, um die Sportart zu präsentieren und das Training, die Ausstattung und die Wettkämpfe zu finanzieren.

Ein paar Tanzschritte auf den Zugangstreppen während der Spielunterbrechungen kann aber kaum erfüllend sein.

Auftrittsprogramme unterscheiden sich aufgrund der jeweiligen örtlichen Gegebenheiten wie Fläche, Boden und Deckenhöhe von Wettkampfprogrammen.

Wie hoch ist der Anteil männlicher Cheerleader?

Er liegt in unserem Verband aktuell bei rund acht Prozent.

Ist die Geschlechterrolle, die dem nichtkundigen Zuschauer vermittelt werden könnte, ein Thema bei Ihnen im Verband – und wie wirken Sie solchen Interpretationen entgegen?

In der Trainerausbildung werden die kulturelle Perzeption und die gesellschaftliche Reputation sowie die damit verbundenen Herausforderungen, Aufgaben und Verpflichtungen intensiv thematisiert. Zudem haben wir als Verband Vorgaben zur Publikumstauglichkeit in Sachen Uniformen, Musik, Choreographien etcetera bei Wettkampfprogrammen. Die Öffentlichkeitsarbeit ist ein weiterer großer Faktor.

Haben Sie Fälle von Übergriffigkeit erlebt bei Auftritten von Cheerleadern auf größeren Veranstaltungen?

Nein, bei Verbandsveranstaltungen oder Verbandsauftritten, etwa beim Nationalkader, gibt es keine Übergriffigkeiten.

Können Sie schon einschätzen, was die Erklärung von ALBA Berlin für Ihren Sport bedeutet?

Nein. Die ALBA Dancer Seniors gehören zur Alba GmbH und sind als professionelles Tanz-Team bereits seit einigen Jahren kein Mitglied mehr im CCVD, da der Fokus des Teams nicht mehr auf den Wettkämpfen in unseren Verbandsstrukturen lag.

Interview: Günter Klein

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