Vom Krankenbett zum WM-Gürtel

von Redaktion

Nur Monate nach einem Genickbruch wird Pascal Schroth Weltmeister – Steko-Kämpfer siegen

VON WOLFGANG KRZIZOK

München – Viermal ging es bei „Steko’s Fight Club“ im Münchner Circus Krone um die Weltmeisterschaft, viermal blieb der WM-Gürtel bei den Kickboxern aus dem Gym Steko. Der Auftakt war furios. Pascal Schroth, der erst vor neun Monaten nach einem doppelten Halswirbelbruch dem Rollstuhl oder sogar dem Tod knapp entgangen war, feierte ein umjubeltes Comeback in der Klasse bis 83 Kilo.

Sein Gegner, der Spanier Mariyan Arsenov, marschierte zwar mutig nach vorne, ging aber schon bald zu Boden. In der zweiten Runde war der Kampf nach zwei weiteren Niederschlägen schnell vorbei. „Ich bin so dankbar, wieder hier im Ring zu sein und bin einfach nur glücklich“, meinte der strahlende Schroth.

Mehr Mühe hatte da schon der Ingolstädter Dardan Morina in der Klasse bis 76 Kilo. Obwohl der den Türken Erkan Varol eigentlich im Griff hatte, musste er doch höllisch bei den schnellen Kontern aufpassen. Am Ende gab es um den einstimmigen Punktsieg keine Diskussion, aber Morina bekannte: „Das war eine sehr harte Titelverteidigung.“ Varol hat die Erfahrung von über 100 Profikämpfen und ist noch nie ko gegangen. „Ich wollte der Erste sein, der Varol vorzeitig ko schlägt, das ist mir leider nicht gelungen. Er hat echt einen Betonschädel“, resümierte der 28-Jährige.

Dass auch Frauen unglaublich viel einstecken können, das sahen die Zuschauer im fast ausverkauften Circus Krone, als Marie Lang gegen die Libanesin Rola Khaled in den Ring stieg. Die Münchnerin begann ganz anders als sonst. Bislang eher abwartend in der ersten Runde, stürmte sie von Anfang an nach vorne und deckte die Libanesin permanent mit Schlägen und Lowkicks ein. Auch in der zweiten Runde war Khaled mehr ein Opfer als eine Gegnerin, konnte sich kaum einmal befreien oder ihrerseits gezielte Schläge anbringen.

Am Ende war die Libanesin fast schon wehrlos, dennoch hielt sie bis zum Schlussgong durch, ohne auch nur einmal angezählt zu werden. „In der ersten Runde hab ich schon gedacht, dass sie aufgibt, aber sie war sehr zäh – Kompliment“, zollte Lang ihrer Gegnerin Respekt.

Im Hauptkampf bis 95 Kilo sah es zunächst nicht gut aus für Steko-Kämpfer Danyo Ilunga gegen Brian Douwes. Nach ausgeglichener erster Runde dominierte der Niederländer klar. Doch in Runde drei wendete sich das Blatt. Während Ilunga immer stärker wurde, baute Douwes ab und entging letztlich nur knapp einem Ko. „Das war der Plan“, sagte Ilunga nach seinem Punktsieg. „Die ersten zwei Runden überleben und ihn dann ab der dritten Runde über die Luft kaputtmachen.“ Das ist dem 32-jährigen Weltmeister letztlich eindrucksvoll gelungen.

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