München – Drei Siege aus den jüngsten vier Spielen – eine Bilanz, die den Löwen vor dem heutigen Gastspiel bei den Würzburger Kickers Mut machen sollte.
Einerseits.
Andererseits haben die Sechziger von ihren bislang fünf Auswärtsspielen nur eines gewinnen können (1:0 in Chemnitz), die anderen vier gingen in die Binsen. Dazu passt: Keine Mannschaft hat auf fremden Plätzen bislang seltener getroffen als die Löwen (vier Tore). Daniel Bierofka sind derlei Statistiken bekanntlich mehr als wurscht. Der Trainer orientiert sich am Jetzt. Und das bedeutet für den heutigen Auftritt am Dallenberg: „Es wird ein Spiel auf Augenhöhe. Wir haben die Riesenchance, uns von den hinteren Mannschaften abzusetzen und werden alles in die Waagschale schmeißen, um mit drei Punkten nach Hause zu fahren.“
So weit, so erwartbar. Mit welchem Personal Bierofka die Aufgabe bei den zwei Punkte leichteren Unterfranken angehen will, ließ er auf mehreren Positionen offen. Links hinten sei Phillipp Steinhart nach abgesessener Sperre wieder eine Alternative, rechts vorne der von seinen Oberschenkelproblemen befreite Stefan Lex. Auch Sturm und zentrales Mittelfeld seien nicht in Stein gemeißelt. Wenngleich größere Umbauten nach dem Heimsieg gegen Kaiserslautern (3:1) nicht zu erwarten seien. „Das hätten die Jungs nicht verdient“, sagte der Löwen-Coach.
Worauf es ankommen wird bei der Schießbude der Liga (27 Gegentore)? „Würzburg muss unter Stress gesetzt werden“, erklärt Bierofka: „Wir müssen sie fordern und dürfen nicht zu passiv sein.“ Mannheim (0:4), Magdeburg (1:5) und zuletzt auch Duisburg (1:2) lassen grüßen. In Ehrfurcht erstarrende Löwen hat Bierofka oft genug erlebt.
Auch Kapitän Felix Weber hat die Nase voll von ertraglosen Heimfahrten. „Wir wollen unsere Auswärtsbilanz unbedingt verbessern und schon am Montag in Würzburg damit anfangen“, sagte der Innenverteidiger gegenüber dem Portal liga3-online.de. „Zuhause ist es natürlich so, dass uns unsere Fans extrem nach vorne peitschen und enorm pushen. So fällt es uns scheinbar leichter, unsere Bestleistung abzurufen.“
Über mangelnde Unterstützung werden sich die Löwen heute Abend nicht beschweren können. 1300 Gästefans werden erwartet. Kickers-Trainer Michael Schiele ist um Sinnesschärfung bemüht. „Der TSV 1860 hat eine große Mentalität und ist auf allen Positionen gut besetzt. Wir sind jedoch gewappnet und wissen, dass Kleinigkeiten in diesem Spiel den Ausschlag geben werden“, gab der Schwabe zu Besten.
Wie sagte Löwen-Kapitän Weber so treffend: „Würzburg ist diese Saison eine Wundertüte – die Ergebnisse waren bisher sehr schwankend.“ Selbiges lässt sich von 1860 behaupten. Zwischen Platz 8 und 14 ist heute alles drin. LUDWIG KRAMMER