Liverpool – Eigentlich hätte Jürgen Klopp jubeln können, denn der historische Startrekord in der englischen Premier League ist jetzt nur noch einen Sieg entfernt. Gesprungen war der Teammanager des FC Liverpool nach dem dramatischen 2:1-Erfolg gegen Leicester City aber höchstens vor Wut im Dreieck. Der Grund: Ein rüdes Foul kurz vor Schluss an Superstar Mohammed Salah, der nun möglicherweise länger fehlen könnte.
Leicester-Profi Hamza Choudhury hatte Salah in der 89. Minute bei einem Konter von hinten umgemäht und dafür nur die Gelbe Karte gesehen. Klopp musste seinen Star-Angreifer vom Feld nehmen – und war entsprechend geladen. „Wenn man einen Spieler im Vollsprint umhaut, ohne dass der Ball in der Nähe ist, gibt es nur mich nur eine Farbe“, sagte der 52-Jährige: „Ich muss kein Fußballtrainer sein, ich brauche nur zwei Augen, um das zu sehen.“ Für den erst 22-jährigen Choudhury hatte Klopp einen Ratschlag für die Zukunft: „Ich will dem Jungen keine Probleme machen, aber er muss in solchen Situationen runterkommen.“
Genau wie die Liverpool-Fans, die den englischen Junioren-Nationalspieler Choudhury, der bangladeschische und karibische Wurzeln hat, nach dem Foul in Sozialen Medien rassistisch beleidigten und nun mit Konsequenzen rechnen müssen. „Wir sind entsetzt von diesen Kommentaren, die der Club der Polizei und der zuständigen Social-Media-Plattform gemeldet hat“, teilte ein Leicester-Sprecher.
Was das Ergebnis gegen Leicester angeht, konnte sich Klopp freuen: Dank des späten Foulelfmeter-Treffers von Routinier James Milner (90.+5) hat der FC Liverpool seine acht Spiele zum Liga-Start gewonnen, ein Sieg fehlt nun noch zur Bestmarke, die Jose Mourinho in der Saison 2005/2006 mit dem FC Chelsea aufgestellt hat. Klopp ist stolz auf die Leistung seines Teams. „Wenn achtmal in Folge zu gewinnen leicht wäre, hätten viele Mannschaften es schon gemacht. Es ist nicht einfach. Diese Liga ist nicht einfach“, erklärte er. sid