Löw muss weiter improvisieren

von Redaktion

Kroos und Hector fallen für Länderspiele gegen Argentinien und Estland aus – Serdar nachnominiert

München – Joachim Löw verzichtete am Sonntag auf einen Stadionbesuch, stattdessen war der Bundestrainer als Krisenmanager gefragt. Die verletzungsbedingten Absagen von Toni Kroos und Jonas Hector warfen seine Pläne für die Länderspiele am Mittwoch in Dortmund gegen Argentinien und vier Tage später in Estland (EM-Qualifikation, beide 20.45 Uhr/RTL) erneut über den Haufen. Profitieren wird Suat Serdar: Der ehemalige U21-Nationalspieler von Schalke 04 wurde für den Doppelpack nachnominiert.

„Das hemmt die Entwicklung und das Einspielen“, sagte Löw über die insgesamt neun (!) Ausfälle in seiner neuformierten Nationalmannschaft. Dabei seien „Kontinuität und Konstanz“ doch so wichtig für das verjüngte DFB-Team. Doch nun ist Löw mehr denn je zum Improvisieren gezwungen.

Der Kölner Hector sagte am Sonntagmittag wegen neuromuskulärer Probleme ab. Kroos musste kurz darauf wegen einer Muskelblessur am linken Oberschenkel passen, wegen der er am Vortag beim 4:2 von Real Madrid gegen Granada hatte ausgewechselt werden müssen (34.).

Auf Leroy Sane, Julian Draxler, Leon Goretzka, Thilo Kehrer, Antonio Rüdiger, Nico Schulz und Torwart Kevin Trapp hatte Löw wegen oder nach Verletzungen schon bei der Nominierung verzichten müssen. Dennoch setzte er auf einen schlanken Kader, in dem mit Leverkusens Nadiem Amiri zunächst nur ein Neuling stand. In Serdar (22) holte er einen weiteren Youngster dazu, der im Sommer mit der U21 ins EM-Finale gekommen war.

Der Bundestrainer empfängt heute in Dortmund ein Rumpfteam von noch 17 Feldspielern und drei Torhütern. Erschwert wird die Lage zudem durch die knappe Vorbereitungszeit auf die Neuauflage der WM-Finals von 1986, 1990 und 2014 gegen ein Argentinien ohne die Topstars Lionel Messi (gesperrt), Sergio Aguero und Angel di Maria: Mehr als zwei Trainings sind nicht möglich, das erste heute auf dem BVB-Gelände dürfte für viele eher regenerativen Charakter haben. Vor dem Qualifikationsspiel in Estland, in dem der Tabellenführer der Gruppe C laut Löw drei Punkte „fest eingeplant“ hat, gibt es nur zwei weitere Einheiten.

Gegen Argentinien bekommt Torhüter Marc-Andre ter Stegen die versprochene Bewährungschance. Kapitän Manuel Neuer kehrt in Estland ins DFB-Tor zurück. dpa

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