München – Der ESC Haßfurt, ESV Burgau und ESV Waldkirchen sind keine Vereine, die im Eishockey über ihre lokalen Grenzen hinaus bekannt sind. Sie spielen in der Landesliga. Von oben gerechnet ist es die fünfte Spielklasse, von unten die zweite. Es war immer Amateur-Eishockey – mit leichtem Profieinschlag. Zwei transferkartenpflichtige Spieler, kurz und bündig „Ausländer“, hat der Bayerische Eissportverband jedem Verein zugestanden, so ist es auch eine Etage höher, in der Bayernliga, und sogar in der der Oberliga, die dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) untersteht. Gegen diese Beschränkung sind die drei genannten Clubs vorgegangen und haben gar nicht mal überraschend Recht bekommen vor dem Landgericht München I. Eine Limitierung beim Einsatz von EU-Ausländern widerspreche dem europäischen Recht auf Freizügigkeit. „Wenn jemand durch den Job nach Schweinfurt zieht und bei uns im Haßfurt Eishockey spielen will: Warum sollte er das nicht dürfen?“, hatte der ESC-Vorsitzende Martin Reichert gefragt.
Die Verbände werden gegen das Urteil keinen Einspruch einlegen, rechtlich sind sie chancenlos. Doch DEB-Vizepräsident Marc Hindelang hat in seinem Blog ausführlich Stellung bezogen. Für ihn ist klar: „Wenn jemand unbedingt Erfolg haben möchte, ist er zu vielem bereit. Auch, darauf zu verzichten, ein Gentleman zu sein, indem man den Wunsch einer Mehrheit ignoriert.“ Den vom Haßfurter Reichert geschilderten Fall hält er für unrealistisch: „Der Bäcker von nebenan, der aus einem anderen EU-Land stammt und ein so guter Eishockey-Spieler ist, dass er in der Liga spielen kann und an der Ausübung seines Hobbys gehindert wird, ist ein Phantom.“ gük