München – Der Kalender des EHC München ist schon ziemlich voll, doch er muss sich zwei weitere Termine freischlagen: 12./13. und 19./20. November. Da werden die Achtelfinals in der Champions Hockey League (CHL) stattfinden. Durch einen 2:1 (1:0, 0:0, 1:1)-Sieg über Färjestad Karlstad aus Schweden hat sich der EHC vorzeitig, nach fünf von sechs Gruppenspieltagen, für die europäische K.o.-Runde qualifiziert. Um den zweiten Platz geht es noch zwischen Karl-stad und Ambri-Piotta.
Ein Kuriosum des Abends am Oberwiesenfeld: Das erste Drittel war in 30 Minuten brutto schneller vorbei als die Pause bis zum nächsten Abschnitt. Vor dem schwedischen Tor stand das Wasser, es musste nachgearbeitet werden von den Eismeistern – sodass der Break letztlich 33 Minuten (statt der vorgeschriebenen 18) in Anspruch nahm.
Solche Längen passen gar nicht in ein Spiel wie dieses. Internationales Eishockey, eine Spur flotter als das, was man in der DEL zu sehen bekommt. Und für den in Deutschland derzeit souveränen EHC München eine schöne Herausforderung. Färje- stad Karlstad, Sechster in der Schwedischen Eliteliga, ist ein homogenes Team mit hoher läuferischer Qualität und hoher Spielkultur. Das war schön anzuschauen, wie die Schweden (und ein paar Finnen) ihre Kreise zogen, die Positionen wechselten und die Pucks übergaben – aber es war halt auch Eiskunstlauf und das Tor kein Ziel.
Der EHC München spielt ein kernigeres, ein direkteres Eishockey. Man konnte es erkennen an der „Heat Map“, einem Statistik-Tool, das die Champions Hockey League aus dem Fußball übernommen hat und in ihren Live-Daten zum Spiel anbietet. Vor dem schwedischen Tor waren dicke feuerrote Flecken, die anzeigten, von wo aus die Münchner zu Schüssen kamen – gegenüber vor dem Kasten von Danny Aus den Birken blieben große Teile der gefährlichen Zone weiß, weil der EHC es schaffte, die Karlstader vom Tor fernzuhalten. Im ersten Drittel gelang das prächtig, im zweiten sorgten die Gäste für etwas mehr Druck. Die größeren Chancen hatte der deutsche Vizemeister, Maxi Kastner traf den Pfosten (14. Minute), Färjestad-Tormann Markus Svensson zeigte mit seinen 35 Jahren, dass er noch Spagat kann – was auch notwendig war, um die Münchner am Einschuss zu hindern.
Die Münchner, gerade zurück von einem fast einwöchigen „Road trip“ mit drei DEL-Spielen, mussten viel Energie aufwenden, um sich mit einem zweiten Tor abzusichern. Das vollbrachte dann Philip Gogulla, der den Puck in der 47. Minute listig im kurzen Eck platzierte.
Karlstad nahm bereits in der viertletzten Minute seinen Goalie vom Eis, verkürzte durch Marcus Nilsson auf 1:2, zwang der EHC dann noch zu einer Strafe und hatte noch ein Powerplay. Die Münchner mussten sich wehren.
Bescheiden war die Zuschauerzahl: 2510, auch in der Nordkurve wurde sehr locker gestanden. Die Dauerkarten gelten für die CHL nicht, und anders als die mit über tausend Frau und Mann erschienenen Fans des HC Ambri-Piotta aus der Schweiz war der Anhang aus Karlstad für ein Unter-der-Woche-Spiel in Deutschland nicht zu mobilisieren. Im Gästeblock: 14 Leute, eine Vereins-, eine Schweden-Flagge.