Hernandez trainiert, Bayern tobt

von Redaktion

Frankreich-Zoff geht in die nächste Runde – Münchner Profi absolvierte leichte Einheiten

Dortmund – Diese Bilder werden den Bayern nicht gefallen: 80-Millionen-Mann Lucas Hernandez trainiert bei der französischen Nationalmannschaft – obwohl er in den Münchner Augen dazu nicht in der Lage ist. Zwar absolvierte er gemeinsam mit Kylian Mbappé nur ein leichtes Lauf- und Passtraining, doch für die Clubchefs ist das schon zu viel des Guten. Hernandez trainiert, Bayern tobt.

Bereits am Montag verfasste der Verein auf Geheiß von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge eine offizielle Stellungnahme zum Thema Hernandez und der französischen Nationalmannschaft und zeigt sich darin über das Vorgehen des Verbandes irritiert.

„Ich möchte darauf hinweisen, dass Lucas Hernandez aufgrund seiner Verletzung weder bei unserem Champions-League-Spiel vergangenen Dienstag in London gegen Tottenham Hotspur noch bei unserem Bundesligaspiel gegen Hoffenheim am Samstag im Kader des FC Bayern stehen konnte“, wurde Rummenigge darin zitiert.

Die Antwort von Frankreichs Trainer Didier Deschamps ließ nicht lange auf sich warten: „Ich kann die Bayern verstehen, sie sehen sich im Recht und sagen, was sie wollen.“ Der Nationaltrainer erklärte, man stelle die Diagnose der FCB-Mediziner nicht infrage – nach einer Kernspin-Untersuchung mit positivem Befund erfolgte gestern laut Sky aber der Entschluss, Lucas beim Nationalteam zu behalten. Des-champs schließt sogar einen Einsatz am Freitag in der EM-Quali gegen Island nicht aus. „In einer perfekten Situation würden wir kein Risiko eingehen, aber ich weiß, dass er seitdem trainiert hat“, so der Coach, der prinzipiell Verständnis für die Reaktion der Bayern zeigte. Allerdings stünden für Frankreich zwei entscheidende Spiele an. Deschamps abschließend zum FCB: „Dass sie alles tun, um ihn zu schützen, widerspricht manchmal unseren Interessen“.

Der Abwehrmann leidet laut FCB unter einer Stressreaktion am rechten Knie, nach Informationen unserer Zeitung betrifft dies die Muskulatur rund um den Bandapparat. Ebenfalls riskant: Trotz eines Haarrisses in der Rippe „hofft“ David Alaba, rechtzeitig für die EM-Quali heute gegen Israel fit zu werden und zu spielen.  bok

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