Ter Stegen nimmt den Kampf auf

von Redaktion

Barça-Keeper reagiert auf die Kritik des FC Bayern, will sich aber nur auf dem Platz beweisen

VON MANUEL BONKE

Dortmund – Sehr viel cooler hätte Marc-André ter Stegen im Torwart-Streit mit Manuel Neuer kaum reagieren können. Angesprochen auf die harten Aussagen von Bayern-Präsident Uli Hoeneß („Der hat keinen Anspruch zu spielen“), reagierte der Schlussmann des FC Barcelona besonnen: „Ich mache mir da ehrlich gesagt nicht so viele Gedanken darüber. Ich habe gut daran getan, mich auf den Fußball zu konzentrieren. Alles, was danach gesagt wurde, war ein Wort zu viel.“

In Sachen Bayern-Kritik gab sich der 27-Jährige also diplomatisch – als es um den Anspruch auf die Nummer eins ging, wurde er schon forscher: „Der Bundestrainer hat seine Aussage getätigt, für mich gilt es immer, bestmögliche Leistungen zu bringen. Ich möchte mich über den Club und die Nationalmannschaft zeigen und beweisen und ihm die Entscheidung so schwer wie möglich machen. Und ab dem Moment bin ich nicht mehr der, der entscheidet.“ Eine echte Kampfansage von ter Stegen.

Die erste Möglichkeit, um für sich zu werben, erhält ter Stegen bereits heute im Freundschaftsspiel gegen Argentinien (20.45 Uhr, RTL). Eine besondere Nervosität nach den zahlreichen Verbal-Attacken im Kampf um das deutsche Tor verspürt er nicht: „Ich fühle mich nicht mehr unter Druck als sonst. Ich möchte mein Bestes geben, wie immer. So wie alle anderen im Team. Ich glaube, dass wir trotz der Ausfälle viel Qualität auf den Platz bringen. Jeder will sich präsentieren, das ist natürlich auch bei mir der Fall.“ Ter Stegen und Neuer präsentieren sich im Umgang miteinander laut Aussage des Spanien-Legionärs professionell: „Jeder will seinen Platz haben, aber es gibt keine Diskussion, keinen Streit, keinen Moment, wo wir sagen: Wir müssen sprechen. Wir haben ein gutes Verhältnis, wir werden uns unterstützten, egal in welcher Konstellation. Ich bin da entspannt, genauso wie er.“

Bundestrainer Jogi Löw hatte am Montag noch angekündigt, das Gespräch mit seinen beiden Torhütern zu suchen, wird das allerdings erst nach dem Argentinien-Spiel tun. „Nach dem Spiel werde ich das Thema mit Andi Köpke noch einmal ansprechen, aber eine große Sache ist das nicht. Beide gehen sehr respektvoll miteinander um. Das ist aktuell das kleinste Problem, ich sehe da keine Baustelle. Dass es für Marc manchmal nicht leicht ist, ist klar“, erklärt Löw.

Gleichzeitig betont der Bundestrainer, dass das Verhältnis zwischen ihm und Neuer trotz der jüngsten Bayern-Attacken gegen ter Stegen und auch den DFB nicht gelitten habe: „Das hat überhaupt keinen Einfluss. Er ist mein Kapitän, ich arbeite seit vielen Jahren mit ihm zusammen. Was aus München kommt, spielt für mich da keine Rolle. Da beschäftige ich mich nicht mit.“

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