Weltmeister-Club auf Wohnungssuche

von Redaktion

Die Billardspieler des BC München verlieren ihre Heimspielstätte im Westend

München – In den vergangenen 15 Jahren gab sich die Weltspitze des Dreiband-Billards in den Räumen des BC München die Klinke in die Hand. Die Belgier Frederic Caudron und Eddy Merckx, der Niederländer Dick Jaspers und der Türke Tayfun Tasdemir, allesamt mehrfache Weltmeister, spielten mit ihren Bundesliga-Mannschaften in der Westendstraße. Für den Billard Carambolclub München traten unter anderem der frühere Weltranglistenerste Daniel Sanchez aus Spanien und der vierfache italienische Weltmeister Marco Zanetti an, es kam zu Duellen auf allerhöchstem Niveau. Viele Erinnerungen sind mit den Räumlichkeiten verbunden. Umso schmerzhafter ist es, dass die Präzisionssportler ihr Zuhause im Westend schon bald verlassen müssen. Der Mietvertrag wurde nicht verlängert, zum 31. Januar muss der einzige bayerische Erstligist ausziehen. Mitten in der laufenden Bundesliga-Saison.

Christos Christodoulidis, Vorsitzender des Vereins und Spieler in der Bundesliga-Mannschaft des BC, bezeichnet den Verlust der Heimspielstätte als „ein schweres Handicap“. Dabei ist der Start in die Saison gut gelungen: Einem 8:0 gegen Stuttgart Mitte September ließen die Dreiband-Spieler am Samstag ein 4:4 in Bottrop und am Sonntag ein 5:3 in Höntrop folgen. In der Tabelle stehen die Münchner Dreibandspieler auf Rang zwei. „Wir sind ein gutes, homogenes Team. Wir kennen uns alle“, beschreibt Christodoulidis die Stärken der Mannschaft.

Konstantinos Papakonstantinou, der letzte Saison an Tisch eins spielte, verließ den BC, um – wie viele europäische Spitzenspieler – an einer neuen Turnierserie in Südkorea teilzunehmen. Dafür kehrte mit Lütfi Cenet ein alter Bekannter zurück, so dass das Team ähnlich stark wie zuletzt einzuschätzen ist.

Mehrfach verpasste der BC München nur knapp die Meisterschaft, auch in dieser Saison dürfte das Team ein Anwärter auf die oberen Tabellenplätze sein. Allerdings wiegt der Verlust der Heimspielstätte schwer, fast die komplette Rückrunde ist betroffen.

Es gibt zwar die Möglichkeit, die Heimspiele des Bundesliga-Teams und der zweiten Mannschaft (2. Bundesliga) beim BSV Pfaffenhofen auszutragen, „aber so weit möchten wir es nicht kommen lassen“, sagt Christodoulidis. Weshalb der BC München intensiv auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten ist. Diese müssten rund 160 Quadratmeter groß sein und über einen Boden verfügen, der von der Statik her dazu geeignet ist, vier der großen, rund 750 Kilo schweren Billardtische zu tragen. Wer solche Räumlichkeiten zu vermieten hat, kann sich beim BC München melden. Und könnte im Gegenzug vielleicht schon bald Spiele auf Weltklasseniveau in der Königsdisziplin des Billards verfolgen. CHRISTIAN STÜWE

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