Dortmund – Ein professioneller Handshake mit seinem Rivalen Manuel Neuer, ein kurzer Dank ans Publikum – dann verließ Marc-Andre ter Stegen die große Bühne. Nach seiner nachdrücklich geforderten Bewährungschance in der deutschen Nationalmannschaft standen andere im Rampenlicht. Die Nummer eins des FC Barcelona traf an den Gegentoren beim 2:2 (2:0) gegen Argentinien zwar keine Schuld, im Duell mit Platzhirsch Neuer um die Nummer eins konnte er aber nicht punkten.
Dessen war sich auch der Herausforderer nach seinem 23. Länderspiel (24 Gegentore) bewusst. „Für mich war es wichtig, die 90 Minuten zu spielen. Wenn du nicht spielst, kannst du dich nicht zeigen“, sagte ter Stegen. Viel zeigen konnte der ehemalige Gladbacher auch in Dortmund nicht. Nur wenige Schüsse gaben die Argentinier auf sein Tor ab. In der ersten Halbzeit hatte ter Stegen bei einem Pfostentreffer noch Glück. Beim Kopfball des Leverkuseners Lucas Alario war er dann ebenso chancenlos wie beim abgefälschten Ausgleichstor von Lucas Ocampos. „Die Tore waren nicht haltbar, ansonsten hat er das gehalten, was er halten musste. Seine Leistung war gut“, stellte Bundestrainer Joachim Löw fest.
Die besonders aus München emotional geführte Torwart-Diskussion wird aber nicht wieder an Fahrt aufnehmen. Löw wird für das EM-Qualifikationsspiel am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) in Estland wie angekündigt erneut den Torwarttausch vollziehen und seinen Kapitän Neuer zwischen die Pfosten stellen.
Mit dem sechs Jahre älteren Neuer wird ter Stegen auch künftig professionell und im Sinne der Mannschaft zusammenarbeiten. Das hat er schon vor dem Spiel gegen Argentinien deutlich gemacht. „Es gibt keine Diskussion, keinen Streit“, betonte ter Stegen. Löw hat sich auf Neuer als Nummer eins bei der EM (12. Juni bis 12. Juli) festgelegt – „wenn nichts Außergewöhnliches passiert“. Ter Stegen wird dennoch sein „persönliches Ziel“ verfolgen und „alles dafür geben, die Nummer eins zu sein“. sid