Dortmund – Verhilft ein Freiburger der deutschen Wackel-Abwehr zu neuer Stabilität? Sieht ganz so aus, wenn man die Leistung von Robin Koch bei seinem DFB-Debüt betrachtet. Obwohl er nur wegen der zahlreichen Absagen nominiert wurde, beeindruckte Koch gegen Argentinien als zentraler Mann der Dreier-Abwehrkette mit einer abgezockten Defensiv-Leistung und klugen Pässen im Spielaufbau.
Gerade die Position des zweiten Innenverteidigers neben Niklas Süle bereitete dem Bundestrainer im vergangenen halben Jahr Kopfzerbrechen. Ursprünglich war dort Antonio Rüdiger vorgesehen, doch der Spieler des FC Chelsea fiel von April bis August wegen einer Knie-Operation aus und plagt sich aktuell mit einer Leistenverletzung. Sein größtes Defizit: Am Ball strahlt er regelmäßig eine spürbare Unruhe aus. Darum durfte Leverkusens Jonathan Tah in den vergangenen Länderspielen stets neben Süle ran, doch ihm unterliefen reihenweise Fehler. Gladbach-Kapitän Matthias Ginter konnte ebenfalls nicht überzeugen.
Koch am Mittwochabend schon. Löw sprach ein Sonderlob aus: „Der Robin Koch hinten in der Abwehr war sehr stabil, selbstbewusst, hatte eine gute Ausstrahlung. Er kam am Tag vorher zur Mannschaft und hat keine Anzeichen von Nervosität gezeigt.“ Es sei gut, dass einige, die jetzt ihre Chance hatten, sie nutzten. „Darüber bin ich froh. Das gibt einem Trainer mehr Möglichkeiten“, sagte Löw. Koch kann sich Hoffnungen machen, auch für die nächsten Länderspiele wieder nominiert zu werden.
Der Abwehrspieler selbst gab sich nach seinem Debüt noch zurückhaltend: „Ich habe versucht, mich auf das Spiel zu freuen. Für mich ist ein Riesentraum in Erfüllung gegangen. Ich habe mich voll auf das Spiel fokussiert und versucht, das Spiel zu genießen.“ Gut möglich, dass er seinen Traum in Zukunft weiterleben darf. bok