MARATHON

Hitzerennen in München

von Redaktion

„G’schafft“ steht über dem Zieleinlauf des München Marathon – und das war ein treffliches Motto. Denn geschafft durfte man sich tatsächlich fühlen an einem Sonntag wie diesem: „Am Start schon 15 Grad – fünf zu viel“, so Bianca Meyer, die Münchnerin, die Dritte bei den Frauen wurde. „Ein Hitzerennen“, befand Andreas Straßner, der bei den Männern seinen Vorjahressieg wiederholte. Seine Zeit: 2:28:51 Stunden. Das wirkt natürlich kärglich am Tag nach dem Unter-zwei-Stunden-Lauf des Weltbesten Eliud Kipchoge in Wien, doch in München werden keine Antrittsgelder bezahlt, es ging halt um die Bayerische Meisterschaft. Die Preise, die auf dem Podium überreicht wurden. Dritter: Rucksack. Zweiter: Sporttasche. Sieger: Koffer. „Die Zeit war zweitrangig“, sagte Straßner, „wichtiger ist das Feeling, als Erster ins Olympiastadion einzulaufen.“

Bei den Frauen erlebte das Alexandra Morozowa (2:47:58). „Ich komme aus Jekaterinburg, das ist am Ural“, sagte die Russin. Sie startete für das von BMW Russia gesponserte Team „I Love Running“, das sich vor einem halben Jahr vornahm, „dass wir in München möglichst alle Rennen gewinnen.“ Schon am Start bemerkte Favoritin Bianca Meyer, „dass da noch ein paar schlanke Damen sind, die gewinnen können“.

Alexandra Morozowa spielte ab Kilometer 30 ihre Ausdauerstärke aus. Für sie ist Marathon (42,195 km) eine Mittelstrecke. „Ich komme aus dem Ultrabereich.“ Beim Comrades-Marathon in Südafrika (89 km) war sie Zweite. GÜNTER KLEIN

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