Pokalheld Hiller wird auf Händen getragen

von Redaktion

Auch Ismaik huldigt dem Elfmeterkiller der Löwen – Haching hadert nicht lange

München – Pokal-Derbysieger gegen Unterhaching, ein sonniges Herbstwochenende – die leidgeprüften Fans des TSV 1860 (zumindest die, die am Samstag nicht das peinlichen 1:4 im Testspiel bei Hachings Kooperationspartner Rosenheim erleben mussten) dürften heute beschwingt in die Woche starten. Elfmeter-Killer Marco Hiller sowieso. Wenn morgen die Vorbereitung aufs Punktspiel gegen Stefan Effenbergs KFC Uerdingen beginnt (Samstag, 14 Uhr), wird sich zeigen, ob und wie die Mannschaft die Ankündigung von Prince Owusu umsetzen wird. „Marco“, hatte der Stürmer lächelnd versprochen, „wird von uns die ganze Woche auf Händen getragen werden.“

Übersicht kann nie schaden beim TSV 1860, der noch zwei Siege von der Teilnahme am DFB-Pokal entfernt ist. Die Auslosung des Totopokal-Halbfinales findet Anfang Dezember statt, mit im Topf sind die Regionalligisten Aschaffenburg und Memmingen sowie Drittligarivale Würzburg, der den Löwen jüngst eine schmerzhafte 1:2-Niederlage beibrachte. Alles Zukunftsmusik – gespielt wird erst im April 2020.

Interessanter ist aktuell die Frage, ob die Löwen schaffen, den Schwung des Haching-Siegs in die Liga mitzunehmen. „Zu sehen, dass wir 90 Minuten intensiv Fußball spielen können“, stimme ihn zuversichtlich, sagte Trainer Daniel Bierofka. Hasan Ismaik drückt via Facebook die Daumen: „Das war das richtige Signal für die nächsten Wochen. Jedenfalls hat jeder neutrale Beobachter gesehen, dass wir die sportliche Qualität der Gäste mit Wille und Leidenschaft reduziert haben.“ Sein „besonderer Dank“ gelte „unserem Torwart Marco Hiller, der im Elfmeterschießen über sich hinaus gewachsen ist“.

Trotzdem wartet auf Hiller im Ligabetrieb wieder die Ersatzbank. „Es ist einfach so abgesprochen“, macht er sich keine Illusionen: „Ich weiß, dass ich im Pokal spielen darf, das muss ich so akzeptieren. Ich gebe im Spiel und im Training alles, mehr kann ich nicht tun.“ Positiv: Bis Samstag sollte Mittelfeldlenker Efkan Bekiroglu nach auskuriertem Faserriss spielfit sein. Am Freitag schonte Bierofka seinen Antreiber noch, berief ihn nicht in den Kader. Priorität hat für den Coach schließlich die Liga.

Dort wartet auf Tabellenführer Unterhaching am Samstag ein echtes Spitzenspiel. Die Mannschaft von Claus Schromm, die sich über einen der ersten vier Plätze in der Liga noch für den DFB-Pokal qualifizieren kann, muss bei Eintracht Braunschweig ran, das zuletzt ein 0:2 gegen Aufsteiger Bayern II einstecken musste. Zum Glück hat sich das Thema Elferschießen bis auf Weiteres erledigt für die Hachinger. Schromm nahm das Aus am Freitag mit gebotenem Humor: „Elfmeterschießen bei Unterhaching ist unterirdisch, egal mit welcher Mannschaft. Da gibt’s die schlimmsten Geschichten.“ LUDWIG KRAMMER

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