München, Mannheim, Augsburg

Deutsches und DEL-Eishockey

von Redaktion

GÜNTER KLEIN

Drei deutsche Vereine im Achtelfinale der Champions League – der Fußball wäre froh, wenn er in ein paar Wochen dieses Resümee ziehen könnte. Im Eishockey hingegen ist es schon so weit. Natürlich muss man berücksichtigen, dass das Herz der Sportart nicht in Europa schlägt, sondern in Nordamerika, in der NHL, die die besten Spieler der Welt anzieht, und dass die russische KHL sich einer Teilnahme verweigert – dennoch ist es beachtlich, dass Adler Mannheim und EHC München ihre Vorrundengruppen souverän gewonnen haben und auch Neuling Augsburg als Zweiter mit durchgerutscht ist. Die Auslosung, die am Freitag war, macht allen drei Vereinen sogar Hoffnung auf die nächste Stufe, das Viertelfinale. Noch vor zwei Jahren war es Usus, schnell auszuscheiden. Jetzt hat sich die deutsche Einstellung zur Champions Hockey League gewandelt. Und die Mannschaften sind besser geworden.

Ist es ein „Erfolg fürs deutsche Eishockey“? Ja, in zwei der drei Fälle hat diese Phrase, die schon Xaver Unsinn selig gerne im Mund führte, ihre Berechtigung. Die Deutsche Eishockey-Liga kann ihre nordamerikanische Kultur und die Abhängigkeit von ausländischen Spielern, die in etwa die Hälfte der Kader ausmachen, nicht leugnen, doch gerade Mannheim und München haben ihre herausragende finanzielle Ausstattung auch dazu genutzt, um deutschen Nationalspielern eine Bühne zu geben. Und sie tun, was man bisher nur von Schweden und Finnen kannte: Sie schicken ihre „Gitterspieler“ aufs Eis, ihre 17-jährigen Talente, die das Gesicht noch schützen müssen: Bei den Adlern ist es Tim Stützle, beim EHC J.J. Peterka. Das ist – gerade bei München unter einem konservativen Trainer wie Don Jackson – eine Revolution in der Philosophie.

Die Augsburger Panther haben keinen Zugriff auf solche Supertalente, sie müssen ihre deutschen Spieler aus der zweiten, dritten Reihe beziehen und sie über Jahre entwickeln, auch über Leihen an unterklassige Clubs. Bei Verteidiger Simon Sezemsky, nun 26, ist ihnen das geglückt. Er und die Kanadier haben den AEV eine Runde weitergeschossen. Ein Erfolg zumindest fürs DEL-Eishockey. Aber der wird auch dankend angenommen.

Guenter.Klein@ovb.net

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