Die Achterbahn-Bayern

von Redaktion

Mal hui, mal pfui – wie wird sich der Rekordmeister in Augsburg präsentieren?

München – Endlich wieder Normalität. Die Länderspielpause ist rum, die Bundesliga ruft und für den FC Bayern stellt sich somit die Frage: Was ist eigentlich normal diese Saison? Ein unglaubliches 7:2 in der Champions League gegen Tottenham? Oder doch ein graues 1:2 in der Liga gegen Hoffenheim? Gerade in den vergangenen Wochen hat der Rekordmeister ein Gala- und ein Gruselgesicht gezeigt. Am heutigen Samstag wird das Gastspiel der Münchner eine erste Antwort auf die Frage liefern, die einige Fans des FC Bayern in den vergangenen Wochen umtreibt: Mia san wer?

Dass die Roten nach sieben Spieltagen in der Bundesliga auf Platz drei rangieren, haben sie in großem Maße einem Kicker zu verdanken: Robert Lewandowski! Von den insgesamt 33 Toren des FC Bayern in der laufenden Saison hat der Pole satte 15 selbst erzielt – also fast die Hälfte. Der Torjäger stand obendrein jedes Mal in der Startelf der Roten, die mittlerweile in großem Maße von ihrem Goalgetter abhängig sind – für den sie allerdings keinen positionsgetreuen Ersatz parat haben. Was passiert, sollte Lewandowski doch mal ausfallen, will man sich an der Säbener Straße daher erst gar nicht ausmalen – schließlich hätte der FC Bayern ohne seine Tore jetzt sieben Punkte weniger auf dem Konto und stünde damit auf Platz 13.

Auffällig sind jedoch auch die Defizite hinten. Acht Gegentreffer haben die Bayern in der Bundesliga bereits kassiert, die Null stand nur zwei Mal. Dass sich die Defensive noch nicht gefunden hat, liegt auch daran, dass sich die Kette aufgrund von Verletzungen noch nicht einspielen konnte. Lucas Hernández musste zuletzt passen, auch David Alaba war angeschlagen, sodass der vor der Saison noch wechselwillige Jerome Boateng ranmusste. Über die richtige Position für Joshua Kimmich herrscht weiter Uneinigkeit.

Verstärkt werden die zwei Gesichter der Bayern zudem durch eine Vielzahl an Personalien, die immer wieder aufkochen: Da wären zum Beispiel die bankgefrusteten Thomas Müller und Javi Martinez, der formschwache Thiago sowie auch Niko Kovac, der sich spätestens seit seiner unglücklichen „Notnagel“- Aussage wieder im Zentrum der Kritik befindet. Momentan sprechen die Zahlen für ihn, immerhin steht seine Mannschaft nur zwei Punkte hinter dem Tabellenführer aus Gladbach auf Platz drei – bei der diesjährigen Ausgeglichenheit in der Liga kann sich das Blatt aber schnell wenden. „Es fällt auf, dass sich die Liga in zwei Teile aufteilt“, erklärte der Kroate vor der Partie in Augsburg. „Ich glaube aber, dass sich das bis Weihnachten richten wird. Die Belastung wird höher, viele Mannschaften spielen europäisch. Leipzig, Dortmund und Leverkusen haben aber sicher ein hohes Potenzial und werden lange dabeibleiben.“

Jetzt geht es erst mal gegen Augsburg, eine Mannschaft, die Kovac in nicht allzu guter Erinnerung behalten haben dürfte. Vergangenen Herbst leitete das 1:1 im Derby gegen die Fuggerstädter eine Negativserie von vier Partien ohne Sieg ein, die ihn fast den Job bei Bayern gekostet hätte. Kovac ist also gewarnt …  lop

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