Kann Tüftler Favre noch siegen?

von Redaktion

Bundesliga kompakt: Bosz-Prognose für Titelrennen, brisanter Abstiegskampf und Topduell der Borussen

München – Ist die Bundesliga dieses Jahr nun eher spannend oder doch nur „ja mei“ auf ausgeglichenem Punkteniveau? Eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss. Hilfestellung gab’s unter der Woche von Max Eberl und Peter Bosz. Der Gladbacher Manager vertrat in der „Sport Bild“ die Fraktion der Spannungstheoretiker. Er glaubt: „Die Bayern müssen sich diesmal nicht nur auf einen Verein konzentrieren, der angreift, sondern vielleicht auf mehrere.“ Das sieht Leverkusens Trainer Bosz ganz anders. Seine herbstliche Wettervorhersage: „Bayern wird sich wieder absetzen. Sie haben die höchste Qualität.“

Nach überstandener Länderspielpause ging es gestern Abend mit der Partie Frankfurt gegen Leverkusen rein in den achten Spieltag. Am Samstagnachmittag liegt der Fokus auf den Spielorten Leipzig (gegen Wolfsburg) und Augsburg (Bayern). Am Abend dann steigt in Dortmund das Duell der Borussen. Ein Topspiel, das der BVB gewinnen sollte, um die Trainer-Mentalitätsdebatte um Lucien Favre auf Sparflamme zu halten.

Für den Schweizer ist es ungemütlich geworden beim Vizemeister. Dreimal verspielte der BVB zuletzt Siege, kam jeweils nur zu einem 2:2. Längst wird die Titelreife des selbst ernannten Meisterschaftskandidaten angezweifelt. Dass Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke rund um das Erscheinen seiner Biografie wieder auffallend über die Erfolgsjahre mit Trainer Jürgen Klopp schwärmte, stärkte die Position von Tüftler Favre eher nicht. Die Partie gegen seinen Ex-Club Gladbach ist nun der Auftakt für sieben schwere Spiele in drei Wochen. Am Mittwoch geht’s in der Champions League zu Inter Mailand, es folgen das Derby auf Schalke, das Pokalspiel gegen Gladbach, die Heimspiele gegen Wolfsburg und Mailand – und schließlich der deutsche Classico beim FC Bayern (9.11., 18.30 Uhr). „Das ist ein sehr schönes Programm. Ich finde das gut“, sagt Favre. Und damit zu den wirklichen Problemkindern.

Mit Düsseldorf, Mainz, Köln und Paderborn duellieren sich vier Abstiegskandidaten direkt. Brisanzstufe 1 hat der Showdown der Aufsteiger in Müngersdorf. „Wir können am Sonntag vieles für uns regeln“, sagt Kölns Trainer Achim Beierlorzer. Sein Appell: „Wir können nicht sagen: Wir hatten ein schweres Auftaktprogramm, jetzt verlieren wir auch noch ein paar Spiele und dann kommt wieder das schwere Auftaktprogramm. So können wir nicht arbeiten.“ Der Seitenhieb von Paderborns Trainer Steffen Baumgart: „Hätte Köln in Freiburg kurz vor Schluss nicht das Siegtor gemacht, hätten sie erst zwei Punkte – dabei haben auch sie in den Kader investiert. Wir gehen einen anderen Weg.“ Wohin der führen wird? Das könnte sich am Sonntag um 17.20 Uhr im Falle einer Niederlage schon abzeichnen. LUDWIG KRAMMER

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