München – Auf Yunost Minsk lässt der EHC München nichts kommen. Mit dem weißrussischen Club hatte er eine sehr nette Begegnung vorige Saison in der Gruppenphase der Champions Hockey League (CHL). Der Trainer von Yunost überreichte seinem Münchner Amtskollegen Don Jackson ein Glasgefäß in Form eines Bullen (schöne Anspielung auf Red Bull München), gefüllt mit Wodka. Aus Minsk brachte der EHC auch noch einen 3:0-Sieg mit, das Heimspiel hatte er 4:3 gewonnen.
Am Freitag hat der EHC den alten Bekannten Yunost Minsk fürs Achtelfinale der CHL (am 12./13. und 19./20. November) zugelost bekommen. Auch wenn Kapitän Pat-rick Hager sagt, „dass Yunost sich seit unserem letzten Aufeinandertreffen weiterentwickelt hat, was man auch an ihrem Sprung in die K.o.-Phase erkennt“, ist doch klar, dass es der leichteste Gegner war, der im Topf der Gruppenzweiten lag. Was man über Yunost wissen muss: Es ist nur die zweite Kraft in der eigenen Stadt, Hauptverein ist Dinamo Minsk, das in der russisch geprägten Kontinental Hockey League (KHL) mitspielt, die sich an der CHL aber nicht beteiligt.
Interessanter als der Achtelfinal-Gegner war für den europäisch ambitionierten EHC der bei der Auslosung festgelegte Playoff-Baum, an dem er sehen kann, wer in einem Viertel- oder Halbfinale auf ihn zukäme. Das wäre sicher ein schwedisches Team (Skelleftea oder Djurgarden Stockholm) und danach wahrscheinlich ein weiteres, es könnte dann der Final-Konkurrent der Vorsaison, Frölunda Göteborg, werden. Theoretisch auch Augsburg. Mannheim spielt in der anderen Hälfte des Tableaus und wäre erst fürs Endspiel im Februar eine Option.
Doch an die CHL verschwendet die Mannschaft jetzt keinen Gedanken, gemäß der Philosophie von Trainer Don Jackson („Wir nehmen es Spiel für Spiel“) zählt erst einmal, dass man sich für die Begegnung am Sonntag (14 Uhr) gegen die Krefeld Pinguine wieder aufrichtet. Am Donnerstagabend verlor der EHC sein erstes Spiel in der Liga, 1:5 in Straubing, und ging mit sich ins Gericht: „Die Tigers waren von Anfang an besser als wir“, sagte Yasin Ehliz. Patrick Hager bekannte: „Wir haben in den ersten beiden Dritteln zu wenig gearbeitet.“ Manager Christian Winkler ergänzte: „Viele Spiele und die Verletzten sind keine Ausreden.“ Don Jackson wehrte sich noch gegen die Niederlage, bei 1:4 nahm er in der 54. Minute seinen Torwart vom Eis. Straubing erwehrte sich bei seiner „besten Saisonleistung“ (Sandro Schönberger) des finalen Münchner Anrennens.
Straubing ist Zweiter und im Stimmungshoch. der nächste Münchner DEL-Gegner Krefeld hingegen in der Depression. Die GmbH, die den Spielbetrieb verantwortet, steht vor der Insolvenz, da Gesellschafter Michail Ponomarew (der vom KFC Uerdingen) eine halbe Million Euro schuldet.