Der Fußballkrieg: Wer aus Zentralamerika fährt zur WM 1970? Das wurde zwischen Honduras und El Salvador entschieden. Jeder gewann eine Partie, es kam zum Entscheidungsspiel. 3:2 in der Verlängerung für El Salvador. Torschütze Pipo Rodriguez erzählte 40 Jahre später in „11Freunde“: „Die Spiele waren immer sauber und fair. Es gab keine Tritte über die sportlichen Fouls hinaus.“ Doch nach Pipos Tor eskalierte es auf den Rängen und Straßen. Es gab Tote, zwei Tage später brachen die beiden Staaten ihre diplomatischen Beziehungen ab, 17 000 Salvadorianer flohen aus Honduras, El Salvador startete Luftangriffe auf Honduras. Nach 100 Stunden bewaffneter Auseinandersetzung erzwang die Organisation Amerikanischer Staaten das Ende der Kämpfe.
74 Tote in Ägypten: Al Ahly Kairo ist der bekannteste Club in Ägypten, tief im Volk verwurzelt, immer gegen den Staat gerichtet. Ab 2007 hatte Al Ahly eine Ultragruppe, die enorm schnell wuchs. Den Ultras wird nachgesagt, sie hätten eine Rolle gespielt beim Sturz von Präsident Hosni Mubarak 2011. In der Zeit der gesellschaftlichen Neuordnung traten Polizei und Militär dominant auf, Protest wurde verboten, die Ultras galten als Agenten. Am 1. Februar 2012 wurden die Fans von Al Ahly beim Spiel in Port Said von den dortigen Ultras angegriffen, unter anderem mit Brandsätzen. Die Polizei schritt bewusst nicht ein. Es gab 74 Todesopfer. Weitere 20 im Jahr 2015, als durch einen Polizeieinsatz mit Tränengas eine Massenpanik unter den Ultras ausgelöst wurde.