Erst im Tiefschlaf, dann große Klasse

von Redaktion

90:83 – Bayern-Basketballer drehen in Oldenburg einen 21-Punkte-Rückstand

Oldenburg – So viel Wechselhaftigkeit leisten sich beim FC Bayern derzeit nicht einmal die Fußballprofis. Im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga waren die Münchner gestern katastrophal gestartet. Nach elf Minuten lagen sie bereits 18:39 zurück – damit schien die Partie bei EWE Baskets Oldenburg schon früh so gut wie verloren. Zu diesem Zeitpunkt war also kaum zu glauben, dass die gleiche Bayern-Mannschaft noch am Donnerstag in der Euroleague gegen Villeurbanne (104:63) mit einer Glanzvorstellung aufgewartet hatte. Doch die Bayern erwachten aus ihrem Tiefschlag, siegten nach großartiger Aufholjagd noch mit 90:83 und bleiben somit weiter ungeschlagen.

Wie schon beim Pokal-Aus gegen Bonn (84:85) zu Wochenbeginn wirkten die Münchner zu Beginn komplett abwesend. Schon nach wenigen Minuten beorderte der genervte Trainer Dejan Radonjic die Seinen zur Auszeit. 0:9 stand es da. Doch seine hörbar energischen Worte fruchteten nur wenig. Während Oldenburg fast alles gelang, unterliefen den konfus wirkenden Münchner zahlreiche leichte Fehler. Das Ergebnis nach dem ersten Viertel sprach Bände: 13:34. „Wir haben sehr schlecht begonnen“, meinte Coach Radonjic.

Es spricht allerdings für die Klasse der Bayern, dass sie sich trotz des fast schon aussichtslos erscheinenden Rückstands noch einmal aufrafften und sich im Stile eines Titelverteidigers zur Wehr setzten. „Wir haben angefangen, Basketball zu spielen“, meinte Paul Zipser. Zur Halbzeit stand es nur noch 37:46. Da keimte Hoffnung auf. Die Richtung gaben nun die bekannten Stützen vor: Der einmal mehr treffsichere Maodo Lo (17 Punkte), Danilo Barthel und Nihad Djedovic. Zudem glänzte Petteri Koponen mit 18 Zählern.

In den Oldenburger Reihen schien nun urplötzlich Panik auszubrechen, nichts funktionierte mehr, während die Bayern sich mit cooler Verbissenheit herankämpften. Der zuverlässige Einwechselspieler Alex King brachte sein immer souveräner agierendes Team am Ende des dritten Viertels erstmals in Führung (61:59). Nach einem 21-Punkte-Rückstand hatten die anfangs taumelnden Bayern die Partie gedreht.

Von nun an ließ der Meister seinen Kontrahenten nicht mehr aus dem dem Würgegriff. King meinte: „Wir haben Charakter und Energie gezeigt.“ ROMAN LÖW

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