Komplimente für die kurze Bank

von Redaktion

EHC München leidet unter Ausfällen in der Offensive und hat in der DEL auf einmal Mühe

VON GÜNTER KLEIN

München – Zwei ansehnliche Sturmreihen wären das: Die (Ex-)Nationalspieler Philip Gigulla und Yasin Ehliz mit dem NHL-erfahrenen Derek Roy in der Mitte, der dynamische Maxi Kastner an der Seite der routinierten Mads Christensen und Jason Jaffray. Es sind die Offensivspieler, die dem EHC München schon länger oder aktuell am 13. Spieltag in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) fehl(t)en. Angesichts der personellen Lage und „kurzen Bank“ war es dann nicht sehr verwunderlich, dass der EHC gegen die Krefeld Pinguine, als Tabellenvorletzter, mit acht Niederlagen in Folge und existenziellen Sorgen aufgrund drohender Insolvenz angereist, nur zu einem schmucklosen 2:1 (0:1, 2:0, 0:0)-Sieg kam. Trainer Don Jackson sprach seiner Mannschaft „große Komplimente“ aus, bezog sich dabei aber auf die Strecke von 13 Punktspielen mit zwölf Siegen – womit das erste Viertel der Hauptrunde absolviert wäre.

Binnen einer Woche ist dem EHC die Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit abhanden gekommen, am Sonntagnachmittag hat er es sogar geschafft, sich selbst zu dezimieren. Nachdem Yasin Ehliz mit einer (dem Vernehmen nach nicht allzu dramatischen) Oberkörperverletzung ausgefallen war und Maxi Kastner sich wegen bevorstehender Vaterwerdung in Krankenhaus abgemeldet hatte, schied nach der Szene, die zum 0:1 führte, auch noch Verteidiger Blake Parlett aus. Dumme Geschichte: Beim Versuch, in einer Münchner Unterzahlsituation zu klären, setzte Konrad Abeltshauser seinem Kollegen die Scheibe ins Gesicht. Von dort prallte sie den Krefeldern vor den Schlägern, ihr Topscorer Chad Costello machte daraus das 1:0 (19. Minute). Parlett musste benommen und mit Cut an der Wange vom Eis geführt werden, er kehrte nicht mehr wieder, man fuhr ihn dann zum Röntgen.

Im zweiten Drittel konnte der EHC trotz aller Unbillen die Partie wenden. Frank Mauer schloss einen Konter zum 1:1 ab (22.) und bedankte sich beim 17-jährigen John Jason Peterka „für das feine Pässchen. Ich musste nur den Schläger reinhalten. Der Junge hat gute Hände.“ Yannic Seidenberg war in der 37. Minute mit einem Schuss bei doppelter Münchner Überzahl zum 2:1 erfolgreich.

Die beim EHC entstanden Lücken füllten die Förderlizenzspieler aus hauseigener Akademie und vom Partnerclub SC Riessersee (Dennis Lobach, Bastian Eckl und Filip Varejcka) auf, und Don Jackson nutzte die Gelegenheit, seine Toptalente Peterka und Justin Schütz auch im Powerplayspiel zu begutachten.

Die bevorstehende Woche, die seit Langem erste ohne Dienstags-Verpflichtung, solle „refreshing“ sein, sagt Don Jackson, der wenig auszusetzen hat am bisherigen Saisonverlauf. Die Bilanz findet er „sensationell“.

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