Der brüllende Löwen-Trainer

von Redaktion

Kevin Gaudet: „In der Kabine geschrien wie in sechs Jahren nicht“

Bad Tölz – Es musste erst das Top-Team der Liga kommen, um die Tölzer Löwen von der Strafbank zu holen. Fünf Spiele in Folge hatte das Team von Kevin Gaudet verloren, auch bei der 3:5-Niederlage am Freitag in Freiburg wiederholten sich alte Muster: unnötige Strafen, Unterzahl, schwache Abwehrarbeit, Gegentor.

Beim Duell mit Spitzenreiter Kassel am Sonntag war davon nichts mehr zu sehen: Mit 5:1 fertigten hoch konzentrierte Löwen die Huskies ab, das Team mit den meisten Toren der Liga, mit den wenigsten Gegentreffern, mit dem nominell stärksten Kader. „Tölz war uns in allen Belangen überlegen“, räumt der Kasseler Trainer Tim Kehler ein. Kevin Gaudet ist die Bedeutung des Tölzer Erfolgs nach langer Durststrecke bewusst. „Ein Sieg, den wir dringend gebraucht haben nach der Niederlagenserie“, sagt er.

Ausschlaggebend war möglicherweise eine Wutrede des sonst sehr gelassenen Löwen-Trainers nach dem verlorenen Spiel in Freiburg wegen erneut überflüssiger Strafzeiten. „Ich habe in der Kabine geschrien wie in den vergangenen sechs Jahren nicht“, sagt Gaudet. Die Einstellung zum Spiel gegen den Spitzenreiter habe jedenfalls gepasst. „Die Jungs wussten, auf der Strafbank haben sie keine Chance gegen Kassel.“ Und so legte Tölz hohes Tempo vor, sodass es eher die Gäste waren, die einen Schritt zu spät kamen und sich auf der Strafbank wiederfanden.

In der Abwehr fast fehlerfrei mit einem starken Rückhalt Sinisa Martinovic – das war zuletzt auch nicht immer so – machten die Tölzer viel Druck, legten bis ins Schlussdrittel locker auf 5:0 vor, ehe Kassel in einer Schlussoffensive dem Löwen-Goalie mit dem Ehrentreffer doch noch den Shut-out verhagelten. Trotzdem: „Es war ein Top-Spiel meiner Mannschaft, ein super Sieg, den sie sich verdient hat“, sagt ein hochzufriedener Löwen-Trainer Kevin Gaudet. NICK SCHEDER

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