München – Das passiert Christian Winkler, dem Geschäftsführer und Manager des EHC München, jetzt öfter, dass er lächelnd als Spieler angesprochen wird. Vor einer Woche war der Notfall eingetreten, dass das Team am Champions-League-Spieltag in Schweden plötzlich ohne zweiten Torhüter dastand „und irgendwann alle auf mich schauten“. Winkler, 48, war mal Torwart in der 2. Liga – also stand er in der Pflicht, in die Montur des erkrankten Daniel Fiessinger zu schlüpfen. „Es war stressig: Er ist 1,90 Meter groß und hat Schuhgröße 46, ich bin 1,80 und habe 43.“ Das Warmschießen absolvierte Winkler mit schnell wieder erwachender Routine, war aber natürlich froh, auf der Bank bleiben zu dürfen.
Für ihn eine aufregende Episode, auf Wiederholung legt er keinen Wert. „Ich bin zurückgetreten“, sagte er am Sonntag am Rande des 2:1-Siegs in der DEL gegen Krefeld. Und das hat formell seine Richtigkeit. „Christian Winklers Vertrag ist ausgelaufen“, bestätigt Jörg von Ameln, bei der Deutschen Eishockey-Liga für den Spielbetrieb zuständig. Winkler hatte einen Kontrakt als Spieler für einen Tag, er musste der DEL vorgelegt werden, es geht auch um Versicherungsfragen. Was Winkler erspart blieb: die sportärztliche Untersuchung. Für die wären 14 Tage Zeit gewesen.
Da, wer CHL spielt, auch auf die DEL-Liste gesetzt werden muss, hat München nun 31 von eigentlich 32 erlaubten Lizenzen vergeben (und noch den an Nürnberg ausgeliehenen Andy Eder und den verletzten Jason Jaffray in der Hinterhand). Was den EHC rettet: seine vielen jungen Spieler unter 23. Darum bleibt bei denen über 23 Jahren noch Raum. Aus dieser Kategorie hat er erst 23 (von 28 erlaubten) eingesetzt – Reservist Winkler inklusive. Auf fünf Positionen könnte der EHC noch nachlegen. gük