Antwerpen – Wie ein Häufchen Elend saß Andy Murray auf der Bank, die Tränen flossen ins schwarze Schweißband am rechten Arm. Es war aber nicht die Enttäuschung, es waren die Glücksgefühle, die ihn fest im Griff hatten. „Game, Set, Match Murray“, hatte der Stuhlschiedsrichter wenige Sekunden zuvor erklärt und damit seinen ersten Turniersieg seit März 2017 offiziell dokumentiert.
„Das bedeutet mir so viel“, sagte Murray, 32, nach dem 3:6, 6:4, 6:4 im Finale von Antwerpen gegen Stan Wawrinka, „die letzten Jahre waren extrem schwierig.“
Der Kämpfer Murray hatte vor allem sich selbst überrascht. Noch im Januar vergoss er bei den Australian Open ebenfalls Tränen, bittere Tränen. Erst bei der Rücktrittsankündigung, dann nach der Niederlage gegen Roberto Bautista Agut. Murray schien am Ende, zwei Jahre Schmerzen hatten ihn zermürbt, es gab keine Aussicht auf Besserung mit seiner Hüfte.
Doch dann kam der Rat des US-Doppelspezialisten Bob Bryan, der sechs Monate nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks das Doppel-Viertelfinale erreichte. Bryan riet Murray zum gleichen Eingriff. Murray hörte zu, kam Ende Januar unters Messer und war bereits im März wieder schmerzfrei. Am 12. August gab er dann sein Comeback als Solist – und nun siegte er wieder. sid