München – Die Bundesliga vergleicht sich ja gerne mit den Topligen aus England und Spanien. Dabei sind aktuell eher Parallelen zu Österreich erkennbar. Zumindest wenn es um die Spitze geht. Marco Rose vor Oliver Glasner – das kennen Beobachter mit Alpenblick nicht nur aus Mönchengladbach und Wolfsburg, sondern auch aus Salzburg und Linz. Am Ende der vergangenen Saison landeten die Mateschitz-Kicker in der „tipico-Bundesliga“ vor dem LASK, beide Teams qualifizierten sich für die Champions League.
Ein Traumziel, das Rose und Glasner auch mit ihren aktuellen Clubs gerne erreichen würden. Und nach einem Viertel der Saison erscheint das sogar möglich – der Umsetzung des Vogts’schen Theorems sei Dank. „Die Breite an der Spitze ist dichter geworden“, erklärte der Ex-Bundestrainer im Mai 2001 mit Blick auf das enge Meisterrennen zwischen Bayern, Schalke, Dortmund, Leverkusen und Hertha BSC.
Am Ende hatten die Bayern die Nase vorn, Schalke wurde „Meister der Herzen“ – ein 34. Spieltag, der zu den legendärsten überhaupt zählt. Ob’s auch dieses Mal so lange spannend bleiben wird? Noch ist alles Spekulation auf überschaubarem fußballerischen Niveau. Bayern hadert mal wieder mit seiner schwachen Chancenverwertung und steuert auf eine neuerliche Trainerdebatte zu. Dortmund hatte beim 1:0 gegen Gladbach Glück, dass Hummels im zweiten Durchgang ungestraft per Foul Herrmanns Ausgleich verhindern durfte. Und in Leipzig läuft seit dem 1:3 gegen Schalke auch nicht mehr viel zusammen. „Wir sind im letzten Drittel einfach zu hektisch an der Murmel“, klagte Trainer Julian Nagelsmann, der sich erstmals im Krisenmodus beweisen muss.
Die nächsten Wochen werden Licht in die Spreu-und-Weizen-Frage bringen. Am kommenden Wochenende duellieren sich neben den Revier-Rivalen Schalke und Dortmund auch Gladbach und Frankfurt direkt, es folgen Begegnungen wie Leverkusen gegen Gladbach, Dortmund gegen Wolfsburg, und Frankfurt gegen Bayern. Das Highlight gibt es dann am 9. November, wenn die Bayern vor heimischer Kulisse zum deutschen Clasico gegen Dortmund antreten. 5:0 endete das Gipfeltreffen in der vergangenen Saison. Danach war klar, wer in der Bundesliga die Hosen anhatte. Auch mentalitätstechnisch, versteht sich. LUDWIG KRAMMER