München – „Es kribbelt extrem bei den bayerischen Reitern“, sagt Tobias Bachl. Und das Kribbeln hat einen bestimmten Grund: Die Munich Indoors, die vom 21. bis 24. November in der Olympiahalle in München stattfinden – und dabei ein Comeback präsentieren. Nach sechs Jahren Pause findet das Bayernchampionat wieder im Rahmen des Turniers in der Olympiahalle statt.
Für Springreiter Bachl, der den Wettbewerb anführt, ist das eine besondere Geschichte: „Das Bayernchampionat ist endlich wieder da, wo es hingehört. Für einen bayerischen Reiter ist es das klare Saisonhighlight.“ Auch Volker Wulff, der als Turnierdirektor fungiert, sieht die Rückkehr des Wettbewerbs als „wichtigen Mosaikstein“. Simone Blum, die amtierende Weltmeisterin aus Zolling, nutzte den Gewinn der süddeutschen Springsportserie 2013 beispielsweise als Sprungbrett in die Wleltelite. Blum kann als werdende Mutter dieses Jahr nicht antreten.
Als Führender des Bayernchampionats befindet sich Bachl in der Favoritenrolle. Auf Patz zwei folgt sein Schwager Hans-Peter Konle. Ob eine Niederlage gegen ein Familienmitglied besonders schmerzen würde? „Für uns kommt es zu einem großen Showdown. Eine Niederlage könnte ich verkraften, da der Sieg dann in der Familie bleibt. Aber ich reise natürlich nicht an, um hier zu verlieren“, meint Bachl. Der Pfarrkirchner tritt mit seinem Pferd Cicera de la Vayrie B an. „Cice“ steht für einen Neuanfang. 2013 brannte das Gestüt von Bachl ab, 38 Pferde starben. Doch der Züchter gab trotz dieses Unglücks nicht auf. Behutsam baute er die Schimmelstute aus Frankreich auf, die zur Hälfte der Familie von Schauspieler Heino Ferch gehört.
Das Bayernchampionat ist jedoch nicht das einzige Finale. Der Eggersmann Junior Cup, der Equiline Youngster Cup und der Meggle Champion of Honour zählen zum Turnierprogramm. Neben den deutschen Stars um Philipp Weishaupt, Christian Ahlmann oder den deutschen Meister Felix Haßmann werden auch internationale Elitereiter wie Jeroen Dubbeldam und Rodrigo Pessoa (Olympiasieger 2004) erwartet. Die Erhöhung des Preisgelds auf 350 000 Euro impliziert eine Aufwertung der Munich Indoors auf einen Vier-Sterne-Status, die zweithöchste Kategorie im internationalen Pferdesport.
Neben den sportlichen Wettbewerben wird es auch Showeinlagen geben. So konnte der Weltstar Jean-Francois Pignon für die Veranstaltung gewonnen werden. Den Franzosen beschreibt Wulff als „größten Pferdekommunikator der Welt“. Während eines Urlaubs auf Pignons Hof in Valence habe Wulff den Pferdeflüsterer morgens beim Frühstück nicht zu Gesicht bekommen, da dieser erst, alsRitual zu früher Stunde, zu seinen Tieren geht, um mit ihnen im Reinen zu sein. Das kann dann auch schon mal bis nachmittags dauern.
30 000 Zuschauer werden über das gesamte Wochenende erwartet. Das Familienduell Bachl – Konle im Bayernchampionat, vier Finals und der „größte Pferdekommunikator der Welt“: Die Munich Indoors sind ein Schauplatz vieler Geschichten rund um den Pferdesport.