Olympiabewerbung 2032: NRW macht Druck

von Redaktion

Die Rhein-Ruhr-Region präsentiert sich selbstbewusst – will aber bis Tokio 2020 Klarheit und Garantien haben

Berlin – „Bis Tokio“ will Armin Laschet Klarheit haben. „Bis Tokio“ ist für Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident keine Orts-, sondern eine Zeitangabe. Wenn in rund neun Monaten in der japanischen Hauptstadt die Olympischen Spiele beginnen, möchte der CDU-Politiker die Garantie haben, dass sich Deutschland hinter der Rhein-Ruhr-Bewerbung für 2032 versammelt. „Wir wollen etwas Großes in Nordrhein-Westfalen erreichen“, betont Laschet.

Dafür setzt er den Bund, der finanzielle Garantien geben muss, und den Deutschen Olympischen Sportbund als Träger einer Bewerbung um das NRW-Konzept mit 14 Ausrichterstädten zwischen dem Pferdesport-Zentrum Aachen und der Fußball-Hochburg Dortmund unter Zeitdruck. Dabei ist noch nicht einmal klar, wann das Internationale Olympische Komitee die auf Paris 2024 und Los Angeles 2028 folgenden Spiele vergibt.

Veronika Rücker, die Vorstandsvorsitzende des DOSB, meint, dass die Entscheidung deutlich vor der bis zum vergangenen Sommer noch geltenden und von einem flexibleren Vergaberhythmus abgelösten Sieben-Jahres-Frist fällt. „Jetzt ist alles neu. Ich gehe davon aus, dass der Termin nach vorn rücken wird“, sagte sie. Womöglich ins Jahr 2023.

Mit einem nationalen Konkurrenten rechnet Laschet nicht. „Berlin 2032? Das glaube ich nicht“, sagte der Regierungschef des bevölkerungsreichsten Bundeslandes. „Und 2036 erst recht nicht.“ Von einer Bewerbung um Olympia 100 Jahre nach den von den Nationalsozialisten missbrauchten Spielen hatte bereits Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nachdrücklich abgeraten. Auch aus Hamburg erwartet Laschet nach der Niederlage im Referendum um eine Bewerbung für 2024 nichts. „Und von der bayerischen Staatsregierung haben wir die Zusage, dass sie Rhein-Ruhr unterstützt“, sagte der Ministerpräsident, der damit auch einen erneuten Münchner Vorstoß ausschloss.

Sportmanager Michael Mronz, der die NRW-Initiative gestartet hatte, bewertet international die Bewerbung des australischen Brisbane hoch. Neben Jakarta in Indonesien und Südkorea/Nordkorea rechnet er noch mit Kandidaturen aus Katar und Argentinien. „Es gibt wieder mehr starke Bewerbungen“, sagte der Kölner. Für 2024 und 2028 gab es mit Paris und Los Angeles nur zwei Bewerber.

Wenn es das IOC ernst nehme mit seiner Agenda 2020, seien Spiele an Rhein und Ruhr „vorstellbar“, sagte Rücker. Dass die Region nicht über den ganz großen internationalen Namen verfügt, ist für Laschet ein überwindbares Problem: „Aber unser Vorteil ist: Wir kriegen es hin.“ Die Kosten dafür sollen in „sechs bis acht Monaten“ (Mronz) auf dem Tisch liegen. Es wird ernst.  dpa

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