Ruhige Hand für heiße Wochen gesucht

von Redaktion

Vor dem Derby gegen Würzburg beschäftigt die Bayern ein Point-Guard-Problem

München – „Die Offensive war . . .“, es dauerte dann einige Sekunden, ehe Dejan Radonjic, der Trainer der Bayern-Basketballer, am späten Donnerstagabend sein Fazit zum Spiel zog: „ . . . ziemlich schlecht.“ Das passte auch gut zu den beiden Sequenzen, die maßgeblich zur Niederlage gegen Khimki Moskau am fünften Spieltag der Euroleague beitrugen.

Zum Ende der zweiten Halbzeit setzte sich Moskau mit einem 10:2-Lauf ab, im dritten Viertel baute das Team aus Russland den Vorsprung deutlich aus. Die Rebounds, in den letzten Wochen oft die Achillesferse der Münchner, waren nicht das Problem: „In diesem Spiel hatten wir endlich mal die Kontrolle über die Rebounds. Aber das hat nicht gereicht“, so Radonjic. Während die 30 Rebounds der Bayern (Moskau hatte 28) sich sehen lassen konnten, ist die Zahl von zwölf Assists eher schwach und verdeutlicht eine Problematik: ein Point Guard fehlt.

Maodo Lo (12 Punkte, 4/8 Dreier) bestätigte seine starke Form der vergangenen Wochen zwar, der 26-Jährige nimmt aber eher die Rolle des Scorers ein – ein klassischer Ballverteiler ist er nicht. Ein Neuzugang der Bayern, der auf der Position des Point Guards spielt, enttäuschte gestern wieder: DeMarcus Nelson. Nur 4:30 Minuten Spielzeit, kein einziger verwandelter Wurf – der US-Amerikaner erfüllt die Ansprüche nicht. Ein weiterer Neuzugang, den die Bayern, jetzt dringend benötigen, fehlt weiterhin verletzt – T.J. Bray. Er legte in der letzten Saison für Vechta 8,1 Assists pro Spiel auf und führte die BBL in dieser Statistik an.

„Eine absolute Katastrophe sind die zwölf Assists jetzt nicht“, sagte Paul Zipser und kündigte an, was besser werden muss: „Wir wollen mit mehr Tempo spielen, es muss alles etwas schneller gehen.“

Tempo nimmt auch der Spielplan der Bayern auf: Am Sonntag (15 Uhr) steht das Derby gegen Würzburg an, die mit zwei Siegen und zwei Niederlagen gestartet sind. Am Mittwoch kommt dann Real Madrid zum Kracher-Duell. Ein Derby, ein wichtiges Euroleague-Spiel, und es kommt noch mehr – für die Bayern steht eine heiße Phase an. Damit diese erfolgreich wird, braucht es nicht nur mehr Tempo, sondern auch eine ruhige Hand im Spielaufbau. NICO-MARIUS SCHMITZ

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