HEINRICH HEUTE
Was haben der rote FC Bayern und der rote Olaf Scholz gemeinsam? Beide haben am Samstag zwar gewonnen. Aber von Glanz war nichts zu spüren. Die beste Szene beim 2:1 gegen Union Berlin hatte Manuel Neuer. Weil seine Vorderleute engagiert dösten, mutierte er zum Torwüter. Es war ein Ausbruch von Kahnschen Dimensionen, Monsieur Pavard zitterte um sein Ohrwaschl. Angst verbreiten momentan nur Neuer und Robert Lewandowski. Der Rest könnte den Streichelzoo in Hellabrunn bereichern. 18 Punkte nach neun Spielen – bis zur Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 wäre das eine perfekte Ausbeute gewesen. Und wer weiß, vielleicht wollen die Spieler Uli Hoeneß zum Abschied noch einmal eine nostalgische 90er-Jahre-Tabelle bescheren. Wie geht’s weiter mit den Olaf-Scholz-Bayern? Zumindest eine Mitgliederbefragung in Sachen Trainer ist vorerst nicht zu befürchten.