Würzburg/München – Als Greg Monroe den Ball in Korbnähe fing, wusste Cameron Wells, dass er schnell handeln muss. Er ahnte nämlich, dass Monroe, der 2,11 Meter große Basketball-Center des FC Bayern, sich nun mit seinem wuchtigen Körper gegen den Würzburger Florian Koch, 14 Zentimeter kleiner, stemmen würde. Als das dann auch so kam, eilte Wells seinem Mitspieler sofort zur Hilfe – und musste mitansehen, wie Paul Zipser, sein eigentlicher Gegenspieler, unbemerkt zum Korb rannte. Monroe entdeckte ihn, passte den Ball geschickt unter den Korb, wo Zipser ihn mühelos in den Ring legte. So führten die Münchner im dritten Viertel dieses bayerischen BBL-Derbys erstmals zweistellig.
Am Sonntagnachmittag haben die Bayern diesen Punktevorsprung nicht mehr hergegeben, auch wenn es am Ende noch einmal knapp war. 90:82 (42:43) besiegten sie die Basketballer von s.Oliver Würzburg, die in der eigenen Halle ein paar Sekunden vor Spielende bis auf fünf Punkte rangekommen waren. Es reichte aber nicht mehr, um den Bayern die ersten Punkte in der BBL zu klauen. In der Tabelle sind diese Zweiter und wie Crailsheim (Erster) und Berlin (Dritter) ungeschlagen.
Es zeigte sich aber, dass die Bayern sich in dieser BBL-Saison in fremden Hallen bisher ziemlich anstrengen müssen. Wie schon in Frankfurt und Oldenburg mussten sie einen Pausenrückstand aufholen. In der zweiten Halbzeit in Würzburg verteidigten sie aggressiver und nutzten die Vorteile ihrer großen Spieler aus, wie etwa in jener Szene, als Monroe auf Zipser passte. Es zeigte sich aber auch, dass die Bayern mit Blick auf ihr Euroleague-Heimspiel gegen Real Madrid am Mittwoch einiges verbessern sollten. Paul Zipser forderte hinterher: „Wir müssen besser kommunizieren.“ Es gibt in dieser Saison aber genug Indizien, dass die Probleme – gerade auf der Point-Guard-Position – darüber hinausgehen. cfm