Berlin/München – Don Jackson faltet das Blatt mit seinen Aufzeichnungen zusammen, steckt es in die Sakko-Innentasche, und über sein Gesicht huscht ein Lächeln. Wenn der Trainer des EHC München sich so gibt, ist das ein untrügliches Zeichen: Er glaubt an seine Mannschaft und daran, dass der Tag ein gutes Ende finden wird.
Den Jackson-Move hat man am Sonntag auch in der Arena am Berliner Ostbahnhof sehen können (wo er selbst sechs Jahre gewirkt hatte). Soeben hatte das Sturmtrio mit Mark Voakes, Trevor Parkes und Maxi Kastner einen Konter mit einer atemberaubend schnellen und präzisen Kombination und dem Tor zum 2:2 abgeschlossen. Das war in der 26. Minute, und Jackson hatte die Gewissheit: Wir sind im Spiel, wir haben die Eisbären. Und so kam es: Der EHC, souveräner Tabellenführer der DEL, gewann bei den Eisbären 5:3 (1:2, 3:0, 1:1).
Wieder erbrachte der EHC den Nachweis, dass er auch in kritischen Situationen einen Ausweg findet. Berlin ist ein Team mit einem mächtigen Lauf und ausgewiesener Heimstärke (bis zum Sonntag: sechs Siege in sieben Matches), die Halle war mit 14 200 Zuschauern ausverkauft. Und die Eisbären legten so los, dass die Münchner in Bedrängnis gerieten. Nach 14 Minuten lagen sie 0:2 zurück (Tore: Marcel Noebels, Leo Pföderl), der Druck der Berliner schmeckte ihnen nicht, sie verloren die Scheiben, Verteidiger Yannic Seidenberg breitete nach dem zweiten Gegentreffer verzweifelt die Hände aus.
Zurück ins Spiel kam der EHC mit einem perfekt gespielten 5:3-Powerplay zum Schluss des ersten Drittels, Trevor Parkes bekam den Puck von Mark Voakes in den Lauf und auf den Schläger gespielt. Die Eisbären verloren dadurch den Zugriff, erst im letzten Abschnitt fanden sie wieder zu sich und agierten wie ein Heimteam. Das zweite Drittel gehörte aber wie so oft dem EHC München, Voakes (26.), Yasin Ehliz (35.) und Keith Aulie mit einem waffenscheinpflichtigen Schuss von der blauen Linie (36.) sorgten für Klärung der Verhältnisse. Am Ende der Partie konnte der EHC dann noch das Verteidigen üben. Es glückte. Chris Bourque traf zum 5:3-Endstand ins leere Eisbären-Tor, nachdem Mark Olver Berlin noch einmal herangebracht hatte (52.).