Zäh. Verkrampft. BVB.

von Redaktion

Dortmund hat im Derby Glück und kommt auf Schalke mit einem 0:0 davon

Gelsenkirchen – BVB-Boss Hans-Joachim Watzke irrte ebenso orientierungslos durch die Katakomben der Arena wie einige Spieler zuvor über den Platz. Marco Reus hingegen trat ganz zielstrebig vor die Mikrofone und redete Klartext. „Wir dürfen mit dieser Leistung nicht zufrieden sein. Uns fehlen die Leichtigkeit und die Form“, sagte der Kapitän von Borussia Dortmund nach der enttäuschenden Nullnummer im 177. Revierderby beim Erzrivalen Schalke 04.

Nach nur einem Sieg aus den vergangenen fünf Ligaspielen hinkt der Vizemeister seinen eigenen Ansprüchen weiter hinterher. Das BVB-Spiel habe „zäh und verkrampft“ gewirkt, stellte Sportdirektor Michael Zorc fest: „Wir arbeiten Fußball.“

Einzig der Schwäche der Konkurrenz ist es zu verdanken, dass der BVB der Tabellenspitze nicht schon weit hinterher hechelt. Reus forderte daher für die kommenden Spiele „mehr Mut, mehr Zielstrebigkeit, mehr Vertrauen“.

Der verletzte Torjäger Paco Alcacer wird schmerzlich vermisst. Julian Brandt (in der Champions League in Mailand) und Mario Götze im Derby strahlen nicht die Torgefahr des Spaniers aus. „Wir haben uns vorne zu wenig bewegt, zu wenig gezeigt“, kritisierte Reus und forderte vor dem Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Mittwoch: „Mit Siegen kommt man da besser raus als mit einem 0:0.“ Alcacer wird allerdings wohl auch noch gegen Gladbach fehlen, Götze hat sich in Gelsenkirchen an der Hand verletzt.

Dortmunds Offensivproblem blieb auch Schalkes Torhüter Alexander Nübel nicht verborgen. „Es war auch schwierig für Dortmund, weil keiner im Strafraum war, der das Ding hätte reinmachen können“, stellte Schalkes Kapitän verwundert fest.

Beim BVB war man nach der Partie um Ruhe bemüht. Der angezählte Trainer Lucien Favre konnte „das Ergebnis akzeptieren“. Lizenzspielerchef Sebastian Kehl konnte meinte: „Dass wir Luft nach oben haben, wissen wir. Wir müssen kleine Schritte gehen.“

Luft nach oben haben auch die Schalker – in der Chancenverwertung. Rabbi Matondo ließ reihenweise hochkarätige Gelegenheiten aus. Guido Burgstaller war kämpferisch zwar wieder ein Vorbild, doch Torgefahr verbreitete der Österreicher kaum. Lediglich zwei Stürmertore in neun Spielen stimmen nachdenklich.

„Wir sind einverstanden mit der Leistung, es ist ein weiterer Schritt, aber wir sind auch ein bisschen enttäuscht, weil wir das Spiel nicht gewonnen haben“, sagte Trainer David Wagner.  sid

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