Der neue Hoeneß: Ratgeber, Opa, Internetnutzer

von Redaktion

München – Nicht mal mehr zwei Wochen, dann wird Uli Hoeneß sein Büro an der Säbener Straße räumen, dann war es das als Präsident des FC Bayern. Einen „klaren Schnitt“ nennt der 67-Jährige die räumliche Trennung von seinem Club und sagt: „Ich kenne mich: Sonst hätte sich nichts verändert.“ Er fügt in seinem Abschiedsinterview mit dem Mitgliedermagazin „51“ aber freilich hinzu: „Ich bin nicht aus der Welt.“

Am Tegernsee, daheim, wird Hoeneß ab 16. November sitzen, auf die Dinge, die vor ihm liegen, „bin ich selbst am meisten gespannt“. Einfach in den Tag hineinleben – das ist eher nichts für Hoeneß. „Ich freue mich auf noch mehr Zeit mit meinen Enkelkindern“, sagt er und beteuert: „Es wird nicht so sein, dass ich zu Hause vor dem Telefon sitze und warte, dass jemand anruft.“ Claqueur möchte er nicht sein, eher „eine Ratgeberfigur“ oder ein „Elder Statesman, der seinen Rat anbietet, ihn aber nicht aufdrängt“.

Die Zukunft beim FC Bayern werden andere gestalten, sein Nachfolger Herbert Hainer etwa, genau wie der designierte Vorstand Oliver Kahn, und Hoeneß glaubt, „dass unser Konzept in den nächsten Jahren prosperiert wie nie“. Auch wenn er nicht mehr dabei sei, wünsche er dem Verein das Beste, es soll ihm sogar „noch besser gehen“. Ihm sei es nicht wichtig, „dass mein Schaffen im Nachhinein im größtmöglichen Licht dasteht“. Mit dem Gefühl der „Dankbarkeit“ tritt er seinen Rückzug an.

Der Verein stellt sich neu auf, Hoeneß tut das auch. Mit etwas „Abstand zu allem“ könnte er sich sogar vorstellen, „mal wieder Gast in einer politischen Talkrunde zu sein“. Als Amtsträger hatte er sich von dieser Bühne zuletzt zurückgezogen, „auch wegen meiner Steuersache“. Neue Wege will Hoeneß zudem in der Kommunikation beschreiten. Auch wenn er kein Freund von Social Media ist, werde er, der überzeugte Fax-Schreiber bzw. -Leser, sich „mit dem Internet beschäftigen“. Momentan wird er da meist „etwas mitleidvoll in die Ecke gestellt“, aber das stört ihn eigentlich kaum.

Überhaupt sagt er – auch bezogen auf Kritiker an seinem traditionellen Wirken: „Jedem, der so denkt, sage ich nur: Dann bin ich gerne aus der Zeit gefallen.“  hlr

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