Das waren schon sehr befremdliche Szenen beim ersten Berliner Bundesligaderby zwischen Union und Hertha. Feuerzauber (kleines Bild) ist man ja gewohnt, und obwohl es dafür Strafen durch den DFB gibt, sind auch Vereinsfunktionäre manchmal angetan von der Optik und der Atmosphäre, die durch Pyrotechnik geschaffen wird. Und es ist klar, welches Risiko man als Fan eingeht, wenn man sich in einen Block stellt, in dem gleich die Bengalos brennen werden.
Indiskutabel wird es aber, wenn man pyrotechnische Mittel einsetzt, um andere Leute im Stadion bewusst zu gefährden. Zweimal passierte es, dass aus dem Sektor der Hertha-Anhänger Raketen abgefeuert wurden – Richtung Union-Bank und Block, aufs Spielfeld. Schiedsrichter Deniz Aytekin sah sich gezwungen, das Spiel zu unterbrechen. Mit dem Ziel, es nach Wiederaufnahme zu Ende zu bringen. Nach Rücksprache der Polizei sollte ein Abbruch vermieden werden.
Am Ende wollten dann Union-Fans, die sich mal besser einfach über den Last-Minute-1:0-Sieg gefreut hätten, rüber zu den Herthanern. Es war die Mannschaft, die die vermummten Gestalten zurückdrängte. Der Held: Union-Torhüter Rafal Gikiewicz (oben Mitte) – mit klarer Ansprache.
Das aus den Fugen geratene Derby wird ein Nachspiel haben: Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt gegen beide Clubs, die Polizei leitete insgesamt 25 Strafermittlungsverfahren gegen Einzelpersonen ein. Fotos: Reuters, dpa