Lieber Olympia als Personal und Recht

von Redaktion

Hockey-Trainer Kais al Saadi dreht sein „berufliches Umfeld auf links“

Mönchengladbach – Nach der erfüllten Mission Olympia-Qualifikation trat Markus Weise zufrieden aus dem Rampenlicht. „Ich freue mich, dass ich diese Aufgabe positiv abschließen konnte“, sagte der Interims-Bundestrainer der DHB-Herren: „Für das deutsche Hockey ist es wichtig, in Tokio dabei zu sein.“ Für Weise, der mit den Frauen (2004) sowie den Männern (2008, 2012) dreimal Olympia-Gold gewonnen hatte, verlief die kurzfristige Rückkehr auf die Trainerbank nach Plan. In den Play-offs gegen Österreich in Mönchengladbach feierten seine Schützlinge zwei Siege (5:0/5:3), insgesamt sei das Wochenende „sehr zufriedenstellend“ gewesen. Dennoch gibt es in der Vorbereitung auf Tokio 2020 noch eine „größere Hausarbeit“ zu erledigen. Weise hatte die fehlende Gewinner-Mentalität bemängelt, auch im athletischen Bereich gäbe es Defizite zur absoluten Weltspitze.

Diese Mängel muss ein neuer Bundestrainer beheben: Kais al Saadi, ehemaliger Erfolgstrainer des UHC Hamburg, übernimmt die Nachfolge. Zunächst erhält er einen Vertrag bis zu den Olympischen Sommerspielen. „Kais al Saadi hat in den letzten über 25 Jahren zahlreiche Talente im UHC mit großem Erfolg ausgebildet und parallel auch schon unsere Nationalteams als Co-Trainer begleitet“, sagte DHB-Sportdirektor Heino Knuf. Unter anderen arbeitete al Saadi bei der Europameisterschaft 2016 unter Stefan Kermas, von 2009 bis 2012 war er Co-Trainer von Michael Behrmann bei den Frauen. Davor hatte er als Co-Trainer mehrere männliche Nachwuchs-Nationalteams des DHB begleitet.

Eigentlich hatte sich al Saadi nach seinem Rücktritt beim UHC auf seine berufliche Karriere konzentrieren wollen. Den Job als Leiter Personal und Recht bei einem mittelständischen Stahlhandelsunternehmen gab er nun für den DHB auf. „Das ist für mich eine ebenso ehrenvolle wie extrem herausfordernde Aufgabe. Dafür drehe ich mein stabiles berufliches Umfeld, welches eigentlich als Karriere nach dem Hockeyleben gedacht war, auf links“, sagte al Saadi.  sid

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