Olympiasiegerin Thost als Mutmacher

von Redaktion

Verband Snowboard Germany blickt bei der Pressekonferenz zum Saisonauftakt optimistisch in die Zukunft

München – Die Saison-Pressekonferenz des Verbands Snowboard Germany war eigentlich schon beendet, als eine Olympiasiegerin – zur Überraschung aller Anwesenden – energischen Schrittes nach vorne trat und sich ein Mikrofon schnappte. „Ich bin heute nicht auf Einladung von irgendwem hier, sondern habe mich selbstständig dazu entschieden, hier aufzutauchen“ leitete Nicola Thost ihre Ansprache ein. Thost, heute 42, gewann 1998 bei den Olympischen Spielen in Nagano (Japan) in der Halfpipe die Goldmedaille – mit gerade einmal 20 Jahren. Seitdem konnte sich kein deutscher Athlet und keine deutsche Athletin als Olympionik im Snowboard krönen.

„Ich kann Ihnen allen nur ans Herz legen, dass sie weiterhin an sich glauben und die Leidenschaft für den Sport beibehalten. Für mich gäbe es keine größere Ehre, als irgendwann mal den nächsten Olympiasieger aus Deutschland zu beglückwünschen“, so Thost, die seit Sommer Andre Höflich als Mentaltrainerin begleitet. Die Pressekonferenz am Dienstag verdeutlichte dann gleich zu Beginn, dass Thosts Traum in der neuen Mission des Verbands integriert ist: „Wir helfen jungen Athleten und Athletinnen Weltmeister und Olympiasieger zu werden“, erläuterte Präsident Hanns-Michael Hölzl die Zielsetzung.

Dass der Verband auf einem guten Weg ist, zeigte die starke letzte Saison mit 17 Weltcup-Podestplätzen. Hervorzuheben ist der Weltcup-Gesamtsieg von Stefan Baumeister oder auch die Goldmedaille von Selina Jörg bei der WM in Utah, die für 2020 eine klare Mission hat: „In einem Jahr, in dem kein Großereignis ist, zählt der Gesamtweltcup noch mehr. Nachdem ich die letzten zwei Jahre immer ganz knapp gescheitert bin, möchte ich jetzt endlich mal mit einer Kugel nach Hause gehen.“ Damit die vergangenen Erfolge bestätigt werden, hat der Verband die Rahmenbedingungen erneut verbessert. Die öffentlichen (finanziellen) Zuwendungen sind von 2018 auf 2019 um 45 Prozent gestiegen, der Gesamtetat wird 2020 bei rund vier Millionen Euro liegen. Sportdirektor Andreas Scheid verkündete, dass der ehemalige italienische Snowboarder Meinhard Erlacher das Team zukünftig als Betreuer verstärkt.

Als neues Trainingselement soll zudem nächstes Jahr ein Landing Bag installiert werden, der die Sportler „bestmöglich auf die Umsetzung neugelernter Tricks im Schnee vorbereitet“, so Freestyle-Bundestrainer Michael Dammert. Die perfekten Bedingungen also, um den Traum von Nicola Thost zu verwirklichen.  nms

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