Lüttich – Minutenlang standen Filip Kostic und seine Mitspieler um den Mittelkreis herum. Sie konnten den Last-Minute-K.o. kaum begreifen. Fünf Tage nach der Gala gegen den FC Bayern, als sie 5:1 gewonnen hatten, ist bei Eintracht Frankfurt nun die große Ernüchterung eingekehrt. Durch die 1:2-Niederlage gestern Abend bei Standard Lüttich müssen die Hessen auf einmal um das Weiterkommen in der Europa League zittern.
Das Team von Trainer Adi Hütter verspielte damit auch im direkten Vergleich den Bonus eines 2:1-Heimsieges, den sie sich erst vor zwei Wochen erspielt hatten. Damit wächst der Druck auf die Hessen schon für das bevorstehende Gastspiel bei Gruppenfavorit FC Arsenal in drei Wochen. Mit einem Sieg gestern hätte die Eintracht schon sicher ins Sechzehntelfinale einziehen können.
„Das ist sehr bitter. Wir haben eigentlich ein ordentliches Spiel gemacht. Wir hatten die Riesenchance zum 2:1, aber es hilft alles nichts. Es ist nun alles offen. Wir haben jetzt ein schweres Spiel in London. Wir müssen mindestens vier Punkte holen, um weiterzukommen“, sagte Frankfurts Sebastian Rode bei „DAZN“.
Das Unfassbare ereignete sich in der vierten Minute der Nachspielzeit, als der eingewechselte Maxime Lestienne (90.+4) für eine belgische Party unter den 18 526 Zuschauern im Stade Maurice-Dufrasne sorgte – kurz nachdem Filip Kostic alleine vor dem Tor das 2:1 verpasst hatte. Kostic hatte per Freistoß (65.) die erstmalige Führung der Belgier durch Zinho Vanheusden (56.) ausgeglichen. dpa