Daniel Bierofka hat sich im Machtkampf zwischen den 1860-Gesellschaftern zerreiben lassen, nun brauchen die Löwen einen neuen Coach, der sich den Job beim gespaltenen Drittligisten antun will. Jens Keller, Tomas Oral, Felix Magath – das virtuelle Kandidatenroulette hat bereits Fahrt aufgenommen. Nach unseren Informationen kommt allerdings keiner der drei infrage. Bis Mitte kommender Woche soll der Bierofka-Nachfolger installiert sein, hieß es gestern aus zuverlässiger Quelle. Es gelte nur noch Detailfragen zu klären.
Auch politischen Diskussionsstoff gibt es seit dem Biero-Beben reichlich. Nach seinem Interview mit dem BR löste Investor Hasan Ismaik am Mittwochabend auch sein Fan-Versprechen ein und traf sich mit Anhängern wie Trainerlegende Karsten Wettberg und den Allesfahrern Franz Hell und Fritz Fehling zum Austausch im Hotel Mandarin Oriental. „Liebe Löwen“, textete Ismaik gestern bei Facebook. „Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass es für uns nur ein gemeinsames, ehrliches, loyales und respektvolles 1860 München – frei von einer bemitleidenswerten Ideologie – geben muss. Wir müssen den Verein aus den Fesseln von Pro1860 befreien. (…) Diese Personen gehen über Leichen. Sie haben über diverse Kanäle (…) Daniel Bierofka bekämpft und ihn am Ende mental niedergestreckt. Sie opfern jeden, der sich ihnen in den Weg stellt, um an ihr Ziel zu gelangen. Ich rufe hiermit alle Fans der Löwen dringlich auf, diesem Spuk endgültig ein Ende zu bereiten, damit der TSV 1860 wieder eine positive Zukunft bekommt.“ Wie der Aufstand aussehen soll? Konkret sei Ismaik im Fankreis nicht geworden, hieß es gestern. Er habe lediglich dazu aufgerufen, künftig zahlreicher zu den Mitgliederversammlungen zu erscheinen, um die Verantwortlichen abwählen zu können. Nicht zulassen werde er eine drohende Insolvenz zum Jahresende. An den Plänen, ein eigenes Stadion zu errichten, will Ismaik festhalten. lk