Ausrufezeichen in Wembley

von Redaktion

Bärenstarke DFB-Frauen besiegen England vor knapp 78 000 Zuschauern mit 2:1

London – Der wunderbare Wembley-Abend war ganz nach Fritz Kellers Geschmack. „Ich freue mich wahnsinnig. So ein Sieg mit so einer jungen Truppe, hier vor dieser Kulisse – das zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, schwärmte der neue DFB-Präsident nach dem Höhepunkt seiner denkwürdigen ersten Dienstreise mit den deutschen Fußballerinnen.

Die hatten die englische Rekordkulisse mit 77 768 Zuschauern im Londoner Fußball-Tempel zum Schweigen gebracht. Das verdiente 2:1 im Länderspiel gegen die Lionesses sandte nach der WM-Enttäuschung im Sommer, als der zweimalige Weltmeister im Viertelfinale ausschied und als Olympiasieger die Qualifikation für Tokio 2020 verspielte, das wichtige Signal: Nein, die Weltspitze ist doch nicht enteilt!

„Die Atmosphäre hat uns beflügelt“, sagte die Matchwinnerin Klara Bühl. Zunächst hatte Kapitänin Alexandra Popp (9.) den bärenstarken Beginn der Deutschen mit dem Führungstreffer belohnt, kurz vor der Pause glich Ellen White (44.) für den WM-Vierten aus abseitsverdächtiger Position aus.

In der Schlussphase schlug dann die 18-jährige Bühl zu und brach mit ihrem Last-Minute-Treffer (90.) viele englische Herzen. „Ich habe das noch gar nicht realisiert“, gab die Freiburgerin zu, die im Teenie-Trio mit den Verteidigerinnen Lena Oberdorf (17) und Sophia Kleinherne (19) auch bei der Bundestrainerin große Hoffnungen weckt. Auszeichnen konnte sich in Wembley auch Torhüterin Merle Frohms (Freiburg) – die Stellvertreterin der verletzten Almuth Schult parierte einen selbstverschuldeten Elfmeter von Nikita Parris (36.).

„Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir an diese junge Mannschaft glauben“, sagte Martina Voss-Tecklenburg zum Abschluss ihres schwierigen ersten Jahres als Bundestrainerin, „in diesem Spiel sind wir dafür belohnt worden, das ist toll. Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Gesamtfazit und Ausblick der Bundestrainerin fielen daher optimistisch aus: „Es fehlte noch ein wenig Stabilität, aber ich bin froh, dass ich weiter mit dieser Mannschaft und dem Trainerteam wachsen kann.“  sid

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