München – Erst verwandelte Petteri Koponen in gewohnter Souveränität einen Dreier, anschließend sprintete Guard DeMarcus Nelson nach einem Steal der Münchner über das gesamte Parkett und erzielte per Korbleger die nächsten zwei Punkte für die Basketballer des FC Bayern. Eine Sequenz Mitte des zweiten Viertels, die das Spiel zugunsten der Münchner Basketballer kippen ließ.
Die Truppe von Coach Dejan Radonjic ging nun aggressiver zum Rebound, agierte in der Verteidigung deutlich bissiger und zwang Alba Berlin somit häufig zu Turnovern (alleine fünf im zweiten Viertel). Der Schlüssel zum 84:80-Erfolg des FC Bayern über den Rivalen aus der Hauptstadt gestern im ausverkauften Audi Dome. Beide Teams starteten mit fünf Siegen in die BBL-Saison, die Bayern bleiben das einzig ungeschlagene Team.
Dabei starteten die Berliner zunächst mit einem hohen Tempo in den deutschen Basketball-Klassiker – in der 50. Auflage – und stellten die Defensive des FCBB mit ihrem schnellen Umschaltspiel vor einige Probleme: Innerhalb der ersten fünf Minuten sammelten die Münchner bereits vier Teamfouls. Nur 42 Stunden nach der hochintensiven Euroleague-Partie in Istanbul, die erst im Schlussviertel zugunsten der Türken entschieden wurde, brauchte der FCBB einige Minuten, um die Reise- und Spielstrapazen (siebenstündige Rückreise aus Istanbul am Samstag) der vergangenen Tage auszublenden. Bis zum Dreier des Präzisionswerfers Koponen und dem Korbleger Nelsons. „Wir müssen diese Aufgabe keine 48 Stunden nach dem Spiel in Istanbul mit aller Energie bestreiten, die wir jetzt aufbringen können“, so Radonjic vor dem Spiel.
Die Energie kam von Ex-NBA-Spieler Greg Monroe (13 Punkte und neun Rebounds), der all seine Erfahrung ausspielte und unter dem Korb dominierte. Die Energie kam auch vom 34-jährigen Alex King, der von der Bank 19 Punkte beisteuerte. „Nach dem harten Spiel in Istanbul haben wir heute einen guten Job gemacht. Die nächsten Tage nutzen wir zur Regeneration, der Spielplan ist hart“, sagte Radonjic nach dem Erfolg seines Teams. Zudem gab es lobende Worte für King: „Er gibt immer alles, in jedem Training und in jedem Spiel. Ich hoffe, er kann die nächsten Wochen so weitermachen.“
Uli Hoeneß erlebte sein letztes Spiel des FCBB während seiner Amtszeit als Präsident des FC Bayern. „Ich bin schon sehr stolz darauf, was wir hier erwirtschaftet und erarbeitet haben. Als ich anfing, waren wir noch in der zweiten Liga. Jetzt spielen wir auch in Europa eine Rolle. Da kann man schon stolz sein“, sagte Hoeneß in der Pause.
Der eigene Anspruch, auch international bei den Großen mitzuspielen, kann in dieser Woche direkt untermauert werden. Die Basketballer des FC Bayern spielen am Freitag in Valencia – der nächste Spieltag in der Euroleague. Gegen die Spanier, die bisher international erst eine Partie gewinnen konnten, ist ein Sieg Pflicht. Zeit zum Verschnaufen bleibt wieder nicht. Am Sonntag reist Bayreuth in den Audi Dome. Dann wird sich zeigen, ob die Münchner sieben auf einen Streich holen und in der Bundesliga weiterhin ungeschlagen bleiben.