Der neue Alaba heißt „Phonzie“

von Redaktion

München – In der Bundesliga können auf einen Linksverteidiger kaum größere Aufgaben zukommen, als gegen die Dortmunder Vollgas-Bubis Jadon Sancho (19) und Achraf Hakimi (21) verteidigen zu müssen. Bayerns Alphonso Davies, gerade erst 19 Jahre alt , legte die rechte Seite des BVB bei der 4:0-Gala aber nahezu im Alleingang lahm.

Auf dem Rasen sind die Qualitäten des Kanadiers leicht zu umreißen: zweikampfstark, blitzschnell, abgeklärt am Ball. Daneben zeigt der junge Mann da noch ein anderes Gesicht. Reden mag Davies nicht, stattdessen schwieg er auch am Samstagabend. Nach seiner Top-Leistung ließ der junge Mann mit dem Spitznamen „Phonzie“ lieber andere über sich sprechen. Zum Beispiel Joshua Kimmich: „Er hat jedes Spiel auf absolutem Top-Niveau gemacht. Er kann jeden aufhalten.“ Bester Beweis: Lucien Favre holte Davies-Gegenspieler Sancho schon nach 36 Minuten vom Platz. Und der BVB-Coach stellte klar: „Jadon war nicht verletzt. Heute war er nicht gut genug.“

Noch unter Hansi Flicks Vorgänger Niko Kovac war Davies zum Linksverteidiger umfunktioniert worden, mit bisher überzeugenden Ergebnissen. Manuel Neuer schwärmte: „Das ist ein Modell für die Zukunft.“ Zu diesem Modell gehört freilich auch, dass der etatmäßige Linksverteidiger David Alaba an anderer Stelle gebraucht wird. Gegen Dortmund lief der Österreicher zum dritten Mal in Folge als Innenverteidiger auf, überzeugte besonders im Spielaufbau. Kimmich adelte seinen Teamkollegen: „In der Innenverteidigung ist er einer der Besten der Welt.“ Alaba antwortete ehrlich: „Es ist schön, so etwas zu hören. Aber ich fühle mich links wohler.“

Es werden unweigerlich wieder die Zeiten kommen, in denen Davies auch mal von der Bank zuschaut. Sportdirektor Hasan Salihamidzic, federführend bei der Verpflichtung von Davies, erklärte: „Er hat riesige Qualitäten, aber er muss auch noch viel an sich arbeiten. Wir passen ganz genau auf, dass er auf dem Boden bleibt.“  jau, lop, hlr

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