Aus der Kabine drang Partymusik, draußen im Auswärts-Eck des Erdgas-Sportparks feierten die mitgereisten Fans – nur vor den Mikrofonen und Kameras war angesichts des Abschieds von Daniel Bierofka keine Ausgelassenheit zu spüren. Im Gegenteil: „Biero ist weg, er ist mein Freund“, sagte Sascha Mölders. „Deswegen kann ich mich über diesen Sieg auch nicht richtig freuen. Für mich ist das sehr schwer. Jeder hat die DNA von Biero heute gesehen. Dieser Sieg war für Biero.“ Sätze, denen Mölders und die Mannschaft eine beeindruckende Geste vorausgeschickt hatten. Nach dem Führungstor von Stefan Lex in der 39. Minute rannten Aaron Berzel und Mölders zur Seitenlinie, wo ihnen Zeugwart Norbert Stegmann das vorbereitete „Danke Biero“-Trikot zuwarf. Ab damit vor die TV-Kamera – der daheim zusehende Ex-Trainer sollte ein Teil dieses Jubels sein. Dass das Tor zum Sieg reichte – umso schöner. Und vollends verdient. Das strikte Defensivkonzept, mit dem Interimstrainer Oliver Beer das Team auf den Platz geschickt hatte, ging gegen schwache Gastgeber auf. Ein Ballverlust des Hallensers Jan Washausen ebnete den Weg zum 1:0, davor und danach boten sich Lex, Mölders und Dennis Dressel eine Handvoll Hundertprozenter, wie man sie in dieser Saison noch nicht gesehen hatte. „Wir haben die Woche über zusammengestanden und auf dem Platz alle Kräfte gebündelt“, sagte Berzel. Coach Beer fasste sich kurz: „Wir haben alles rausgehauen, gut verteidigt, die Umschaltmomente genutzt und das nötige Spielglück gehabt.“ Fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf die Abstiegszone vor den Derbys gegen Bayern II und Haching. Neu-Trainer Michael Köllner kann ohne den ganz großen Druck einsteigen. lk