Köllner tritt Bierofkas Erbe an

von Redaktion

Gorenzel stolz auf schnelle Einigung mit dem Nürnberger Aufstiegstrainer

VON LUDWIG KRAMMER

München – Die Pressekonferenz in Halle mit Interimstrainer Oliver Beer war noch keine fünf Minuten vorbei, da hatte das neue Kapitel bei den Löwen schon begonnen. „Hiermit möchten wir Ihnen mitteilen, dass der TSV 1860 München Michael Köllner als neuen Cheftrainer verpflichtet hat“, hieß es um 16.33 Uhr in einer Rundmail.

Schneller als allgemein erwartet hatten die Verantwortlichen um Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel also Fakten geschaffen. Und der Stolz darüber schwang deutlich mit: „Mehr als glücklich“ sei man über die Einigung mit dem Nürnberger Aufstiegstrainer von 2017, ließ sich Gorenzel zitieren. Köllner sei ein „echter Spieler-Entwickler“, dank dessen Arbeit der FCN „eine wirtschaftlich schwierige Phase überstehen und gleichzeitig sportliche Erfolge feiern“ konnte. „Das ist genau das, was wir für den TSV 1860 wollen und brauchen.“

Kostengünstiger als sein Vorgänger soll Köllner sein – und willens, mit dem bestehenden Assistentenstab zusammenzuarbeiten, dessen Abfindung das Budget nicht hergibt. Als Vertrauensperson bringt der Oberpfälzer Günter Brandl, 57, mit, der bis 2017 den FC Amberg in der Bayernliga trainierte.

Was Köllner in der Tat für den Job bei den klammen Löwen prädestiniert, ist seine Expertise in der Nachwuchsförderung. Vor seiner Zeit als Nürnberger Chefcoach leitete der Klosterschüler und gelernte Zahnarzthelfer das Nachwuchsleistungszentrum des Club und trainierte die U21 in der Regionalliga. Von 2002 bis 2014 war er für den DFB als Koordinator im Bereich Talentförderung tätig. Mehrere Taktik-Handbücher und ein Ratgeber für Talente und deren Eltern tragen seinen Namen.

Die Zeit seit seiner Beurlaubung in Nürnberg im Februar habe er genutzt, um sich „persönlich weiterzuentwickeln“, sagte Köllner unlängst in einem Interview bei Heimatsport.de. „Ich habe die Ruhe zu sagen: Wenn kein passendes Angebot kommt, dann bleibe ich halt zu Hause. Ich springe nicht auf den erstbesten Zug auf, der kommt.“ Welche Perspektiven Köllner beim TSV 1860 erkennt, wird er heute Mittag im Rahmen seiner offiziellen Vorstellung erklären.

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