Liverpool – Jürgen Klopp grinste vergnügt und umarmte jeden einzelnen seiner Spieler. Der Jubel in Anfield war ohrenbetäubend. „Schönes Ding, oder?“, lautete eine rhetorische Frage nach Liverpools 3:1 (2:0)-Sieg gegen Manchester City am Sonntag. „Mir hat das Spiel gefallen. Ich liebe die Atmosphäre. Das war unglaublich. Die Leute – fantastisch. Gegen einen außergewöhnlich starken Gegner.“ Während Klopp noch lange nach dem Abpfiff strahlte, waren die Gesichtszüge von Pep Guardiola wie eingefroren.
Der Rückstand des amtierenden Meisters auf den Tabellenführer Liverpool beträgt nun schon neun Punkte. Ob das noch aufzuholen ist, wollte der City-Coach beim Sender BBC nicht beantworten. „Ich bin kein Zauberer. Ich kann nicht in die Zukunft schauen“, sagte er patzig und mit erzwungenem Lächeln. Später klang er trotziger. „Es sind noch sieben Monate zu spielen. (…) Wenn Liverpool den Titel gewinnt, dann werde ich ihnen als erster dazu gratulieren, wie gut sie sind.“
Tatsächlich sind erst 12 von 38 Spielen absolviert. Aber unbestritten war es ein wichtiger, am Ende womöglich entscheidender Schritt. Fabinho (6.), Mohamed Salah (13.) und Sadio Mané (51.) trafen in dem hochklassigen Spitzenspiel für die überragenden Reds. Die in der Verteidigung anfälligen Gäste machten viel Druck, nutzen aber ihre Chancen nicht. Bernardo Silvas (78.) Tor kam viel zu spät. Liverpool überstand auch die hektische Schlussphase, die Fans stimmten schon Minuten vor Abpfiff die berühmte Hymne an: „You’ll never walk alone!“
Aus Klopps Fazit sprach der Ehrgeiz des Liverpooler Teams: „Wir wollen nicht nur im November Erster sein, sondern auch im Mai.“ dpa