Stress? Dann schaut in die AHL!

von Redaktion

Für EHC München beginnt in Minsk die nächste Saisonetappe

München – Víer Tage hatte Don Jackson, der Trainer des EHC München, nach dem letzten Spiel in der DEL am Sonntag vor einer Woche freigegeben. Erst seit Freitag stehen die Spieler, die nicht mit den Nationalmannschaften unterwegs waren, wieder auf dem Eis. Seit Mitte August hatten die Münchner 26 Partien bestritten – drei zur Vorbereitung, sechs in der Champions League, 17 in der Liga. Eine Menge Holz.

Und es geht auch gleich weiter mit englischen Wochen. Gestern bestieg die Mannschaft den Flieger nach Minsk, in der weißrussischen Hauptstadt steht heute (17 Uhr, Sport1) das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions Hockey League an. Die kommenden DEL-Aufgaben: am Freitag gegen Nürnberg, am Sonntag in Düsseldorf. Und in der Woche darauf: Rückspiel gegen Minsk plus das übliche DEL-Programm.

Außenstehende mögen es als Stress empfinden. Sollte es seinen Spielern auch so ergehen, begegnet ihnen ihr Trainer mit einem spöttischen Lächeln. „Dann hänge ich den Spielplan der AHL an die Wand.“ Die American Hockey League ist die Farmteamliga der NHL, die kanadischen und US-amerikanischen Cracks des EHC haben alle schon mal in der AHL gespielt. Ebenso der deutsche Verteidiger Kony Abeltshauser. In der AHL gibt es nicht 52 Spieltage wie in der DEL, sondern je nach Division 68 bis 76. Jackson: „Und dort wird alles mit dem Bus gefahren. Wir jedoch fliegen viel. Länger als zwei bis vier Stunden sitzen wir nie im Bus.“

Yunost Minsk ist kein zu schweres Los fürs Achtelfinale, in dem auch fünf schwedische und vier Schweizer Clubs stehen. Vorige Saison hatte der EHC die Weißrussen in der Vorrundengruppe – und sie im Griff: München gewann 4:3 und 3:0.

Die Minsker erreichten nun erstmals das Achtelfinale. Die Champions Hockey League ist bei ihnen eine Publikumsattraktion. Ihr Zuschauerschnitt in der CHL beträgt 3480, in der weißrussischen Liga nur 1595. Yunost übertrifft sich wie kein anderer CHL-Teilnehmer (218,20 Prozent). Die sportliche Steigerung hat damit zu tun, dass einige Spieler des großen Bruders Dinamo Minsk (aus der Kontinental Hockey League, die an der CHL nicht teilnimmt) auch für Yunost lizenziert sind. Der EHC muss sich auf (weiß)russische Spielkunst einstellen.

Nach Minsk begleiten ihn die besten Wünsche von Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes: München drücke er besonders die Daumen, sagt er, „der EHC ist unser internationaler Vorreiter“. GÜNTER KLEIN

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