Beförderung zum Vorstand

Tritt Salihamidzic aus dem Schatten?

von Redaktion

JONAS AUSTERMANN

Hasan Salihamidzic steigt zum Sportvorstand auf. Damit tritt er endgültig die Nachfolge von Matthias Sammer an. Der heute 52-jährige Sammer und Jupp Heynckes holten 2013 das Triple mit dem FC Bayern. Anschließend prägte Sammer den Klub gemeinsam mit Pep Guardiola. Seitdem müssen sich alle, die ihren Dienst in München antreten, an den Arbeitsweisen von damals messen lassen. Die Trainer Carlo Ancelotti und Niko Kovac scheiterten daran. Auch Salihamidzic. 2017 als Sportdirektor installiert, hatte er es lange schwer.

Zunächst haftete ihm, nach den Absagen von Philipp Lahm und Max Eberl, der Ruf als Notlösung an. Bis heute ist „Brazzo“ nicht besonders eloquent und sattelfest, wenn er vor die Fernsehkameras tritt.

Sind die Scheinwerfer aber aus, steht der 42-Jährige den Journalisten ausführlich für Nachfragen zur Verfügung. Und dann wird deutlich: Salihamidzic hat sich gemacht, beweist auch mal Humor. Klar ist aber auch, dass mit ihm kein zweiter Sammer heranwächst. Brazzo ist eher der Typ harter Arbeiter als der clevere Stratege und ewige Mahner, den sein Vorgänger verkörperte. Wenn Uli Hoeneß Freitag seinen Hut als Präsident nimmt, geht ein großer Salihamidzic-Förderer beim FC Bayern von Bord. Für den Rekordmeister beginnt eine neue Zeitrechnung. Der Sportvorstand hat die große Chance, aus dem Hoeneß-Schatten zu treten. Anfang 2022 macht auch Karl-Heinz Rummenigge Schluss. Für Brazzo sind diese Entwicklungen Chance und Risiko zugleich.

sport@ovb.net

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