Unterstützung vom Tegernsee

von Redaktion

Hoeneß wird die Basketballer des FC Bayern auch in Zukunft begleiten – als Fan und Ratgeber

VON NICO-MARIUS SCHMITZ

München – Erst der überzeugende Sieg gegen Dortmund am Samstag und nur einen Tag später der 84:80-Erfolg der Basketballer über Alba Berlin: Es war ein hervorragendes Wochenende für den FC Bayern. Und somit auch für Uli Hoeneß. „Das haben beide Ligen offensichtlich so gemacht, dass am Wochenende vor meiner Übergabe solche Spiele stattfinden, damit es auch ein würdiger Rahmen ist“, sagte Hoeneß in der Halbzeitpause im ausverkauften Audi Dome.

Die Mission des scheidenden Präsidenten, die Basketball-Abteilung in die nationale Spitze zu hieven, begann vor neun Jahren. 75 Prozent der Mitglieder stimmten bei einer vereinsinternen Befragung im Frühjahr 2010 für eine größere Unterstützung der Basketballabteilung. Der Aufstieg in die Bundesliga erfolgte dann bereits in der Spielzeit 2010/11 – sieben Spieltage vor Saisonende. 2014, 2018 und 2019 gewannen die Münchner die Meisterschaft, national gehört man längst zu den absoluten Spitzenteams.

„Als ich anfing, war das in der zweiten Liga. Jetzt sind wir gerade dabei, doch auch irgendwann in Europa eine Rolle zu spielen“, so Hoeneß. In der Euroleague steht das Team von Coach Dejan Radonjic aktuell mit einer Bilanz von drei Siegen und vier Niederlagen auf Platz zwölf, die besten acht Teams qualifizieren sich für die Playoffs. Geschäftsführer Marko Pesic erinnerte aber nach der Partie gegen Alba daran, dass die Euroleague „ein Marathon“ sei.

Den Marathon wird Hoeneß sicherlich auch in Zukunft begleiten, nur eben in keiner offiziellen Funktion. Die FCBB-Fans brauchen sich jedoch keine Sorgen zu machen nach dem Abgang des Basketball-Förderers bei der Jahreshauptversammlung am Freitag. Auch bei seinem Nachfolger sollen die Korbjäger eine große Rolle spielen: „Herbert Hainer hat mir versprochen, dass er sich sehr um Basketball kümmern wird. Und wenn er vom Tegernsee Hilfe braucht, dann werde ich da sein. Jedem, der mich nach Hilfe fragt, werde ich helfen. Ich werde mich aber nicht einmischen“, so Hoeneß.

Im Anschluss an den Sieg über die Hauptstädter überreichte die Mannschaft um Kapitän Danilo Barthel Hoeneß den Spielball mit Autogrammen. Alex King, der mit seinen 19 Punkten wesentlich zum Erfolg im Basketball-Klassiker beitrug, freute es, „dass wir ihm so einen Abschied bereiten können“.

Pesic erinnert sich besonders an eine Geschichte: „Vor drei Wochen hatten wir eine Sitzung vor dem Villeurbanne-Spiel. Da sind wir das erste Mal so richtig einandergeraten. Es war so krass, dass ich aus dem Meeting rausgegangen bin, ohne Tschüss zu sagen, was meiner Erziehung eigentlich total widerspricht. Wir haben drei Wochen lang kein Wort miteinander gesprochen. Frau Keller (Sekretärin von Hoeneß, d. Red.) hat mich dann angerufen und gesagt, dass Uli mit mir sprechen möchte, das war vor dem Olympiakos-Spiel. Und dann hat er sich bei mir entschuldigt und hat gesagt, dass es nicht fair von ihm war. Wie groß kann man sein?“

Hoeneß würde die Basketballer des FC Bayern zukünftig gerne „in der europäischen Spitze“ sehen, weiß allerdings auch, dass man dafür „noch viel arbeiten“ muss. Auf dem Weg zur europäischen Spitze ist ein Euroleague-Sieg in Valencia am Freitag jedenfalls enorm wichtig.

Das nächste Heimspiel ist am Sonntag, medi Bayreuth reist nach München. Uli Hoeneß ist dann zwar nicht mehr Präsident, aber sicherlich als Fan im Audi Dome. Die Unterstützung vom Tegernsee ist auch in Zukunft gewiss.

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