Eine multiple Verletzung

von Redaktion

Gesicht, Knie, Sprunggelenk: Waldschmidt im Pech

Mönchengladbach – Der lange Ball aus dem Mittelfeld, er könnte ihn noch kriegen. Als Stürmer, der mit seiner Schnelligkeit punktet, müsste er hinkommen, er erahnte die Flugbahn. Es stand zwar schon 4;0, das Spiel war gelaufen, doch es ging um seine Interessen; mit einem Tor könnte er sich empfehlen für den EM-Kader im nächsten Jahr. Viele Gelegenheiten gibt es dafür nicht.

Luca Waldschmidt, gerade ins Spiel gekommen, machte alles richtig: Wie er sich löste, wie er durch die Lücke in der weißrussischen Abwehr sprintete – nicht rechnen konnte er mit der nicht geringeren Entschlossenheit des Torhüters Aleksandr Gutor. Auch der ging zum Ball, es wirkte ein wenig rücksichtslos. Waldschmidt sah Gutor nicht auf sich zukommen, er crashte frontal in den Ellbogen des Weißrussen. Ein Schlag auf der „blind side“, wie man in Kontaktsportarten sagt. Es wurde still im Borussia-Park, die Szene war beim Zuschauen schon schmerzhaft gewesen.

Beide Spieler wurden behandelt, es war klar, dass es den deutschen Stürmer schwerer getroffen hatte. Er konnte das Spielfeld gehend verlassen, benötigte keine Trage. Dennoch verfrachtete der DFB ihn umgehend ins Krankenhaus. Die Diagnose: „Mittelgesichtsfraktur mit begleitender Gehirnerschütterung sowie eine Verletzung am rechten Knie und Sprunggelenk.“ Eine multiple Verletzung.

Mit dem Nationalteam noch weiter nach Frankfurt zu reisen, hätte keinen Sinn ergeben. Der 23-jährige Freiburger wurde am Sonntag zur weiteren Behandlung nach Hause gefahren.  gük

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